Von Jan Ackermeier

Der 22. Jänner 1506 gilt als Gründungstag der Schweizer Garde. Ein Kontingent Schweizer „Reisläufer“ unter der Führung ihres Hauptmanns Kaspar von Silenen und Peter von Hertenstein trafen an diesem Tag in Rom ein. Ihre Aufgabe war, als Leib- und Palastwache dem Papst zu dienen. Als „Reisläufer“ wurden im Spätmittelalter bewaffnete Dienstleute oder berittene Begleitpersonen bezeichnet.

Auch Tote zu verzeichnen
1505 beantragte Papst Julius II. bei der Tagsatzung, der Versammlung von Abgesandten der Schweizerischen Eidgenossenschaft, ein Kontingent von Schweizer Reisläufern zum Schutze des Vatikans. Der Schweizer Buonaser Kleriker Peter von Hertenstein vermittelte und die Augsburger Jakob und Ulrich Fugger bezahlten die ersten 150 Gardisten. Während der Plünderung Roms (Sacco di Roma) am 6. Mai 1527 fielen 147 von 189 Mann der Schweizer Garde während sie die Flucht des Papst Clemens VII. in die Engelsburg deckten. Auch der Kommandant Kaspar Röist kam bei den Rückzugsgefechten ums Leben. Der 6. Mai gilt daher als besonderer Gedenktag der Schweizergarde, an dem jährlich die neuen Gardisten vereidigt werden.

Die Schweizer Garde heute
Heute umfaßt die Schweizer Garde drei Geschwader mit insgesamt 135 Soldaten. Der aktuelle Kommandant ist Oberst Christoph Graf. Neben den protokollarischen Aufgaben in den auffälligen historischen Uniformen, sind die modernen Schweizer Gardisten vor allem hochspezialisierte Soldaten in den Einsatzfeldern Personenschutz und Terrorismusbekämpfung.

Beitragsbild: Schweizergardisten im Harnisch (Vatikanstadt 1930). Urheber unbekannt.

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