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Zunächst: ja, geht alle dahin. Das ist eine gute Sache.

Vereinsfeste und Hocks haben einen großen gesellschaftlichen Auftrag. Dort wird nicht in erster Linie sinnfrei gesoffen und gebalzt. Natürlich gibt es das auch und lässt sich auch nicht immer verhindern.

Nein – hier bildet und festigt sich ein Volk

Gehen wir mal ca. 20 Jahre zurück. Gerne auch auf das Land. Mit Liebe zum Detail hat man sich da auf die alljährlich wiederkehrende Chilbi, oder was auch immer der Anlass war, vorbereitet. Sei es in WT-Tiengen der “Schwyzer-Tag”, in Stühlingen das „Städtlefest“, Sängerfeste, Grümpelturniere oder was auch immer.

Dass diese Feste für die meisten Vereine die einzige Einnahmequelle des Jahres (neben dem Mitgliedsbeitrag) ist, halte ich dabei zunächst für nebensächlich.

Die gesellschaftliche Wirkung

Das ganze Dorf, oder in Freiburg meinetwegen ein ganzes Viertel, steht zusammen und stampft etwas aus dem Boden. Die gesellschaftliche Wirkung, die solches Tun hervorbringt, kann mit nichts aufgewogen werden. Dabei sind spannende Dinge zu beobachten. Es kristallisieren sich echte Führungsgestalten heraus, die in ihrem Betrieb aber nur der Staplerfahrer oder Handlanger sind – was sich dann meist über kurz oder lang ändert. Stille Wasser, die zuverlässig Unmögliches möglich machen, werden zu unverzichtbaren Säulen des Erfolges. Da muss auch nicht immer alles mit ausgewogenen Debatten ausdiskutiert werden. Wenn der Anführer sagt, die Tische werden längs und nicht quer hingestellt – dann ist das so.

Und als Besucher eines solchen Festes setzt man sich hin, hört der Blaskapelle zu und kommt dann ins Gespräch. Mit Bekannten oder besser noch mit bisher Fremden, die danach Freunde sind. Ohne Redezeitbeschränkung von Sitzungen kommt man vom Hundertsten ins Tausendste und geht gut gestärkt und vielleicht auch leicht angeheitert guten Mutes seines Weges.

Wer spürt es?

Dies sind alles Umtriebe, die der verbohrten, dem alten weißen Mann gegenüber intoleranten, links-grünen Meschpoke ein Dorn im Auge sind. Und so wurden schon lange vor der Flüchtlingskrise Auflagen über Auflagen aufgestellt, die solche Feste und Hocks unrentabel machen. Hygiene, Brandschutz usw…

Wenn ich auf einen Hock gehe und dort ein Bier trinke, weiß ich, dass das Glas für maximal 10 Sekunden gespült wurde. Und dass hinterm Grill auch kein langjährig studierter Ökotrophologe steht.

Wem solcherlei zu wider ist, soll zu Hause bleiben oder sich sein stilles Wasser und glutenfreies Brot selbst mitbringen – darf aber dem Verein trotzdem eine üppige Spende machen – stellt dieser im schließlich diesen Treffpunkt zur Verfügung.

Betonpoller? Security?

Und nun die Entwicklungen der letzten Jahre. Wieso brauchen wir Sicherheitskonzepte?

Wer neu im Dorf zugezogen ist, meldet sich spätestens nach einem halben Jahr in einem Verein an. So funktioniert das. Musikverein, Gesangverein, Sportverein, Tennisclub, Schwarzwaldverein, Landfrauen – egal: man bringt sich ein und die Gemeinschaft nimmt einen auf. Integration wie es sich gehört.

Wer nicht zum Kulturkreis gehört und noch viel schlimmer, niemals dazugehören will, dem nützt das alles nichts. Und die Störfaktoren auf solchen Festen, die diese an das Hochsicherheitsgefängnis in Stuttgart-Stammheim erinnernden Sicherheitsmaßnahmen erfordern, kommen nicht aus unserem Kulturkreis.

Diese wurden und werden aber weiterhin von der politisch herrschenden Klasse und den willenlosen Mitläufern willkommen geheißen.

Und nun soll es ein Sonderfonds mit 50.000 Euro richten. Dass ich nicht lache!

mb

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