Von John Duke of Lancaster

Die Schweiz besiegte bei der Fuball-Wetmeisterschaft in Rußland das Team Serbiens mit 2:1 und etliche Schweizer Nationalspieler haben nach dem Siegtreffer einen Adler imitiert. Warum haben sie das gemacht?

Jugoslawienkrieg und die Schlacht auf dem Amselfeld

Die Frage führt uns zurück in die jüngere europäische Geschichte und in die Geschichte des späten Mittelalters. Im Jugoslawienkrieg kam es 1989 und 1990 zu Auseinandersetzungen, als sich die serbische Provinz Kosovo von „Rest“-Jugoslawien, zu der Zeit nur noch Serbien und Montenegro, lösen wollte. Das Kosovo wird überwiegend von Albanern bewohnt. Der Krieg gipfelte dann in dem, bis heute sehr umstrittenen Eingreifen des Westens und der Bombardierung Belgrads, der Hauptstadt Serbiens. Der Konflikt zwischen den beiden Völkern geht tief in die Geschichte des Mittelalters zurück. Am 15. Juni 1389 fand die Schlacht auf dem Amselfeld statt und die Serben sagen noch heute, dass sie hier das christliche Abendland gegen die Osmanen verteidigt haben.

Albanien und Albaner im Kosovo und (Nord)-Mazedonien
Nach der Niederlage wurden die Albaner (heute lebend in Albanien, im Kosovo und auch in Nord-Mazedonien) zum Teil islamisiert. Trotzdem gibt es nachwievor in Albanien viele Christen (im Norden Katholiken und im Süden Orthodoxe). Die vermutlich bekannteste albanische Christin war Mutter Teresa. Der Nationalheld der Albaner Skanderbeg (6. Mai 1405-17. Januar 1468) kämpfte nicht nur gegen die osmanische Fremdherrschaft, sondern auch gegen die Islamisierung seines Volkes. Das ist vielen moslemischen Albanern gar nicht bewusst. Der Adler in der Nationalfahne Albanien ist eigentlich ein christliches Symbol. Die Albaner sind übrigens keine Slaven, sondern sie bilden eine eigene Gruppe innerhalb der indo-germanischen Sprachenfamilie und ihre Sprache geht auf das Illyrische zurück. Illyrer siedelten schon im Altertum im Süden der Balkan-Halbinsel.

Serbien-Schweiz bei der WM 2018 und 2022
Nach dem Sieg gegen Serbien zeigten die Schweizer Nationalspieler mit Wurzeln, im Kosovo bzw. in Albanien, den Adler. Es waren die Spieler Shaqiri, Behrami, Xhaka und Dzemaili. Haris Seferovic hat bosnische Wuzeln und beteiligte sich ebenfalls an der Aktion. Zurecht wurde in der Schweiz kritisiert, dass hier ein Balkan-Konflikt in die Schweiz importiert wurde. Heute um 20 Uhr stehen sich erneut diese beiden Mannschaften gegenüber und die beiden Stars Xerdan Shaqiri und Granit Xhaka sind bei der Schweiz wieder im Kader. Sportlich muss Serbien auf alle Fälle gewinnen, um eine Runde weiterzukommen. Der Schweiz würde ein Unentschieden reichen. Kamerun könnte allerdings auch noch Zweiter werden, aber dazu würden die Afrikaner ein Sieg gegen Brasilien benötigen und eventuell sogar mit zwei Toren Unterschied. Um 20 Uhr starten diese Partien.

Beitragsbild / Symbolbild: Andrey Yurkov / Shutterstock.com
close

Treten Sie dem Freiburger Standard bei

Wir senden keinen Spam! Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.