Vom 17. bis 19. Juni findet der Bundesparteitag der AfD in Riesa statt, zu dem deutschlandweit aus den Kreisverbänden Delegierte entsendet werden. Während die angeschossene stellvertretende Bundesvorsitzende Weidel bereits über die Presse verlauten ließ, daß sie nicht mehr als Vorsitzende für den Landesverband Baden-Württemberg zur Verfügung stehen wird, ist die Kandidatur der Schweizerin für den Bundesvorsitz oder den Stellvertreterposten so gut wie sicher. Mindestens so sicher ist auch die erneute Kandidatur von Tino Chrupalla für den Bundesvorsitz.

Sollte es weitere Kandidaturen für den Bundesvorsitz geben, beispielsweise von Joana Cotar, wird die Luft an der Spitze langsam dünn. Die AfD ist bekannt für ihre Entscheidungsschlachten um den Bundesvorsitz – es ist möglich, daß die Delegierten für ihre Parteiführung eine Einzelspitze wählen. Eine Doppelspitze ist sowieso ein Charakteristikum sozialistischer Parteien wie zum Beispiel der SPD und ein Zeichen von fehlendem Zusammenhalt. Mit einer Einzelspitze ist eine Mehrheit für Chrupalla, dem Protegé des Partei-Urgesteins Alexander Gauland, zu erwarten. Die Einzelspitze, welche für strategische Führung, zielgerichtetes Handeln und Einigkeit steht, dürfte deshalb nicht im Sinne der Weidel-Fraktion und ihrer Förderer & Finanziers im Hintergrund (das sind diejenigen, die für ihre Spendenskandale und deren erfolglose Vertuschung mitverantwortlich sind) sein.

Österreich!

Ein Blick nach Österreich verrät, wie sich eine patriotische Partei aufstellen muß – egal ob sie eine Neuerscheinung oder eine altgediente Vereinigung ist. Die FPÖ gibt es dort schon weit länger als bei uns BRD-Bürgern die AfD. Die österreichische Partei ist – weitgehend im Gegensatz zur AfD – in der Lage, eine innere Disziplin zu halten: Wer Fehler begeht, muß sich zurückziehen; Beratungsresistenz und schlechtes Benehmen werden bestraft. In der AfD hingegen hat sich in der Vergangenheit der typische gescheiterte Funktionär erst mit Gewalt an der Macht zu halten versucht, dann seine Fehler nicht eingesehen und bereits vor seinem Übertritt in eine Kleinstpartei schlecht über große Teile der mehrheitlich patriotischen Mitgliedschaft gesprochen. Würden diese Personen so ihr Volk regieren?

In die Führung gehören Vorbilder – Identifikationsfiguren und Medien-Multiplikatoren. Die intelligente charismatische Führung ist das Gen patriotischer Parteien und nicht nur ein Garant für Erfolg in den Medien, sondern beschleunigt den dringend benötigten regionalen Strukturaufbau. So hat seinerzeit Jörg Haider die FPÖ personifiziert und beim Bürger, Interessent und Wähler ein Vertrauen erzeugt, welches mehr wiegt als trockene Interviews und Talkshows. Haider hat zuletzt im Eiltempo das BZÖ (Bündnis Zukunft Österreich) im volksdeutschen Kärnten aufgebaut – maßgeblich für den Erfolg waren Disziplin und Zusammenhalt innerhalb der Partei sowie seine Rolle als charismatische Galionsfigur.

Die Großregionen Deutschlands lassen sich mit dem kleineren Österreich vergleichen. Unser Land gliedert sich in Gebiete mit unterschiedlichen Ausprägungen des Volkstums, der Bräuche und der sprachlichen Färbungen. Die Bundesländer bilden diese historisch gewachsenen Untergliederungen häufig nur unzureichend ab.

Gründergeist!

Wer der AfD zur Anfangszeit beigetreten ist, hat dies getan, weil sie ein Gründergeist durchzog und nicht nur einzelne, sondern die Gesamtheit der Ideen richtig erschien – die Galionsfigur der AfD war weniger das Personal und mehr ein patriotischer blauer Geist, der mit großem Erfolg von seiner Mitgliedschaft in die Republik getragen wurde.

Die ergebnisorientierte Debatte über geeignete Kandidaten für die Bundespartei bezieht mehrere Punkte ein: Kenntnis von innerdeutschen regionalen Besonderheiten, den Willen zur Wiederbelebung eines mitreißenden Parteigeistes und den kompetenten Einsatz für deutsches Leben, Schaffen und Kultur. Interessenvertretung kann nur sein, wer für die Instinkte des europäischen Urvolkes und gegen institutionelle und ideologische Fremdkörper und Bremsklötze wirkt.

Ehre, Freiheit, – Delegiertensystem

Unterstützer, Wähler und potenzielle Wähler wollen ein stimmiges und glaubwürdiges Gesamtpaket und eine verantwortliche Person, die in der immer weiter beschleunigten Wirtschafts-, Technologie- und Finanzwelt souveräne Politik machen und belastbare Entscheidungen treffen kann. Für die Funktionärsarbeit schließt dies Kandidaten aus, die

  • geopolitisch vereinnahmt sind
  • für den (tiefen) Staat arbeiten
  • Versprechen nicht einhalten können, lügen oder Halbwahrheiten verbreiten
  • Politik mit Selbstdarstellung verwechseln
  • Geld veruntreuen, verschwenden, finanziell abhängig oder erpreßbar sind
  • nicht die Kraft haben, eine klassische Familie zu führen, usw. usf.

und es erfordert solche, die

  • ihre Treue zu den Mitgliedern der AfD, zu Volk und Vaterland gezeigt haben
  • strategisches Geschick besitzen
  • ehrlich und effektiv kommunizieren
  • rhetorisch stark sind
  • persönlich und politisch gut wirtschaften
  • das konservative Familienbild leben, usw. usf.

Es gibt niemanden, der alle diese Punkte erfüllen kann – aber es gibt auch solche, die erstaunlich viele Widersprüche dazu zeigen.

Einen Kandidaten wegen seiner geglaubten Lagerzugehörigkeit oder seines Stallgeruches zu wählen, ist grundsätzlich falsch. Ein Kandidat muß selbst in der Lage sein, gute Politik zu machen. Als belastbares Zugpferd braucht er die geistigen und Energieressourcen, um in schwierigen Situationen unangenehme Entscheidungen treffen zu können. Über wahlstrategischen Überlegungen, zu denen sich das hoffnungsvolle Parteimitglied gerne hinreißen läßt, steht die Auswahl eines Kandidaten nach seinen Fähigkeiten, für einen Kulturstaat und unsere politischen Interessen einzustehen. Wähle niemals das geringere Übel, sondern immer den besseren Kandidaten.

AfD, wähle weise. AfD, wähle für das Vaterland!

Aaron Kimmig