Die Zeit hat heute eine herrliche Meldung.

Katrin Göring-Eckardt:

Wer jetzt über Atomkraft diskutiert, will den Grünen eins reinwürgen

Liebe Frau Göring-Eckardt, kann es sein, dass Sie Ursache und Wirkung verwechseln? Wer würgt momentan wem was rein?

Kleiner Exkurs zum Thema Ursache-Wirkungs-Prinzip:

Kausalität (von lateinisch causa, „Ursache“, und causalis, „ursächlich, kausal“) ist die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung. Sie betrifft die Abfolge von Ereignissen und Zuständen, die aufeinander bezogen sind. Demnach ist A die Ursache für die Wirkung B, wenn B von A erzeugt wird.

Wenn also das grüne Chaos A ist, die Grünen an der Macht sind und daher das Staatschos B verursachen, irgendjemand dann endlich auf die Idee kommt A und B zu beseitigen, dann sollte A sich eher fragen, wie es soweit kommen konnte.

Göring-Eckardt hatte bisher einen völlig unpolitischen Bonus

Dass diese Äußerung ausgerechnet von Göring-Eckardt in exakt dieser Formulierung getätigt wird, verwundert nicht weiter. Bislang konnte Sie nämlich mit einem gewissen Bonus agieren, den ich kurz erläutern möchte.

Sie verfügte nämlich durchaus noch lange über eine sehr natürlich wirkende, nicht unattraktive, äußere Erscheinung und Ausstrahlung. Sie konnte sich bisher darauf verlassen, dass zumindest die Männerwelt nicht so ganz genau auf das hört, was sie sagt. Natürlich in geringerem Ausmaß, aber doch nicht unähnlich einer Iris Berben. Dies machte Sie zu Everybodys Darling in allen Gesprächsformaten – bis hinein in die Spitzengremien des Deutschen Evangelischen Kirchentages (DEKT).

Wen interessiert die Meinung von Göring-Eckardt?

Früher gab es viele Sendungen, in denen vor allem berühmte Schauspieler nach allen möglichen Dingen gefragt wurden. Sei es recht oberflächlich in „Wetten dass…?“ oder mit etwas Niveau bei Joachim Fuchsberger in seinen Format „Heute Abend“. Hier eine nette Folge mit Günter Strack.

Schon damals, als kleiner Junge fragte ich mich, wen interessiert die Meinung eines Schauspielers zu aktuellen Dingen? Das ist mir doch völlig wurscht. Und da es allen wurscht war, hatten deren Aussagen auch keinerlei Bedeutung. Nach Ende der Sendung war die Welt die gleiche wie davor. Das ist auch der Erfolg einer Iris Berben, die sich ja durchaus pointiert äußert. Es juckt keinen, aber man hatte eine nette halbe Stunde.

Genau in diesem Format würde auch Göring-Eckardt gerne agieren. Bisschen Beine übereinander schlagen, ein paar verstohlene Augenaufschläge hier und ein paar schlaue Sätze dort: und alle sind von mir begeistert.

Nun ist das aufgebraucht, und sie muss schmerzvoll an den Boden der realitätsnaheren Betrachtung der Dinge zurückkehren. Für mich klingt das Zitat nach purer Verzweiflung. Ähnlich wie seinerzeit Heide Simonis, die nach dem vierten gescheiterten Wahlgang zur Ministerpräsidentin Schleswig-Holsteins anno 2005 (mein Gott – das war doch erst gestern…) ganz konsterniert fragte:

Und was wird dann aus mir?

Göring-Eckardt? Blitzmerker!

Nun, wer die Atomkraft zurück will, will das in den meisten Fällen schon lange. Aber erst jetzt, da dies zu einem realistischen Szenario wird, gerät es in den Blickwinkel der Grünen. So verstehe ich das zweite Wort des obigen Zitates.

Wäre ja schon krass, wenn, nachdem die CDU/CSU den Atomausstieg perfekt gemacht hat, ausgerechnet eine Regierung unter grüner Beteiligung den Schalter wieder auf „ON“ setzt.

Verrückte Zeiten.

Liebe Katrin Göring-Eckardt,

gehen Sie nach Hause und weinen Sie sich dort aus. Die politische Bühne ist für Sie und Ihre ganze politische Bewegung eine Nummer zu groß.

 

mb

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