Wie es mir ergangen ist, beim Picknick, gestern, auf der Wies´n, am See, im Dietenbach-Park, will mein geliebtes Schildkrötchen wissen. Nun, was soll ich sagen, es war ja 1. Mai, und dann noch Sonntag, und das nicht nur dem Namen nach, sondern wirklich, ein sonniger, von Wonnen aller ART durchlauchter Tag.

Am schönsten

war für mich, dass zum Schluss, als ich meine 37 Sachen wieder auf meiner Rikscha verstaut und der dicke Bär, der kein einziges Mal gebrummt hatte, obwohl er von Kindern gar heftig geknutscht und geknuddelt worden war, in den 3 oder 4 Stunden, als er auf der grünen Wiese lag, schläfrig wie immer, eine Frau auf mich zukam und sagte: Schön, dass Du da bist, Antonio.

Dass ich das noch erleben durfte, pflege ich ja in den göttlichsten Augenblicken zu sagen, und füge hinzu, dass wenn mich jetzt gleich der Blitz treffen würde, oder das Herz ganz einfach aufhörte, zu schlagen, weil es denkt, es ist genug, dass ich dann mit dem letzten Atemzug, falls mir noch einer vergönnt wäre, nicht sagen würde: LICHT !  – wem das in den Mund gelegt wurde, hab ich vergessen –  sondern: GUT ! – Womit ich gemeint haben würde: Es war gut, mein Leben.

Würde ich an einen einzigen Gott im Himmel glauben, würde ich, wenn‘s ginge, hinzufügen: DANKE !

Zusammenfassend kann ich sagen…

es war GROSSES THEATER. Lebens-Expromt-Theater. Wie in meinen besten Zeiten, in Waldkirch-Kollnau, und auf Teneriffa. Das Theater in Hamburg und Berlin beginne ich schon langsam zu vergessen. Ist zu lange her.

Was damals mein Trike, um Königinnen, oder, falls keine vorhanden, Kinder herum zu kutschieren, ist ja heuer meine Rikscha. Zwei Touren fuhr ich um den See herum. Dauert 10 Minuten und ist ein richtiges Gaudi. Zuerst eine Mutter mit kleinem Kind, die zweite Tour drei Kinder zugleich.

Dass ich diesmal keine Gemüsesuppe mitgebracht hatte, störte gar nicht, alldieweil andere Suppenköche oder Innen ganz leckere gemacht und mitgebracht hatten. Und darüber hinaus waren wieder Leckereien aufgetischt, so üppig und vielfältig, dass sich die Tische bogen.

Seltsam, es waren nur Deutsche anwesend. Und doch kam es mir vor, als wenn ich in bester russischer Gesellschaft gewesen. Zumindest was die Tafelei anging. Im Trinken sind die Deutschen dagegen unterbelichtet. Ich hab keinen einzigen Besoffenen gesehen. Ich selbst war zum Schluss nur leicht angesäuselt.

Ein wenig Aufregung…

Apropos. Zu Beginn, ich war so gegen 2 Uhr nach einer halbstündigen Strampelei (meine Rikscha hat NATÜRLICH KEINEN E-MOTOR) auf dem Platz angekommen, zwei-, drei Dutzend waren schon vor mir da, gab es ein wenig Aufregung, weil plötzlich ein einzelner Polizist auftrat, mit weißer Filtertüte vor Mund und Nase. Ich fragte ihn, warum er dies komische Utensil denn noch trage. Es stünd ihm so gar nicht gut zu Gesicht. Zuerst sagte er, AUS SOLIDARITÄT ZU UNS ALLEN. Um Mich und SIE zu schützen. Als ich lachte und sagte, mich brauche er nicht zu schützen, ich käme auch so klar, von mir aus könne er das lächerliche Ding gern abnehmen, sagte er, ok, dann halt zu seinem eigenen Schutz. Na gut, sagte ich, das lass ich gelten. Nur, er müsse verstehen, dass ich lachen muss, wenn ich ihn so sehe.

Seine Art, wie er auftrat, war übrigens äußerst zurückhaltend – bescheiden, und er behielt von Anfang bis zum Ende seines Auftritts stets ein freundlich lächelndes Gesicht. Seine Augen waren ja zum Glück nicht unter der Maske versteckt.

Den Spieß einfach mal umdrehen…

Als ich merkte, dass die, die er ansprach, ob sich Einer oder Eine als Verantwortliche für dieses PICKNICK zur Verfügung stellen würde, zu unsicher waren, wie sie sich verhalten sollten, sie z.B. erklärten, sie seien ganz zufällig hier und keineswegs verabredet, was er natürlich zu Recht bezweifelte, da ja etliche gerade aufgestellte Tische und Bänke deutlich dagegen sprachen, mischte ich mich ein, drehte den Spieß um und fragte ihn erst einmal aus, auf welche Veranlassung hin er denn gekommen und was der Zweck seines Besuches sei. Die Antwort fand ich sehr MANIERLICH. Er solle prüfen, ob evtl. Schutzmaßnahmen seitens der Polizei erforderlich wären, und dazu wolle man die Kontaktdaten zu einer verantwortlichen Person. Ich sagte, dass ich eine solche im Moment noch nicht sehe, aber er mir ja seine Kontaktdaten, also z.B. eine Telefonnummer geben könne, auf dass wir, falls wir Hilfe brauchen, ihn anrufen könnten. Er gab sie mir und ich verabschiedete ihn mit den besten Wünschen für einen schönen Arbeitstag.

Es ist wichtig…

Ja, ich denke, es ist wichtig, dass wir keine Aversion haben gegen die Polizei. Ich meine, die einzelnen Beamten. Sie sind uns in ganz überwiegender Zahl wohl gesonnen. Für die uns nicht wohlgesonnenen OBEN können sie nichts. Die einmalige Entgleisung, vor drei oder fünf Wochen, auf dem Platz des Himmlischen Friedens, steckt natürlich manchen noch in den Knochen. Vor allem M., der ja übelst behandelt wurde. Ich selbst war damals ja außen, also nicht direkt betroffen. Deswegen konnte ich jetzt mit dem Beamten am unbefangensten und in Augenhöhe reden.

Ein baldiges Arbeitsessen

Noch etwas Erfreuliches kann ich berichten. Auf der Heimfahrt, mit meiner Rikscha, bekam ich einen Anruf von einem Peter, der wohl ein Reporter und Influenzer ist, genaues weiß ich noch nicht. Er fragte, ob er und seine Kamerafrau meine Rikscha nutzen könnten, für ihre Filmerei. Aber sehr gerne, gab ich zur Antwort und hab ihn zu einem ersten Arbeitsessen auf meinen Balkon eingeladen. Am kommenden Samstag, 12 Uhr 12. Zum Vorkosten der Gemüse-Suppe.

Ik freu mir schon.

Antonio

PS:

Das richtige Klima

Was ich vergaß, zu beschreiben, eigentlich das Wichtigste, sei hier nachgetragen: Das Klima. Nein, nicht das Wetter. Das zu verwechseln kann mir nicht passieren, zumal ich ein Klima-Ingenieur bin. Wärme und Klima, genau genommen. Es ist ja zum Piepsen, wie dumm und dämlich die GRÜNEN und ROTEN Socken sind. Hatten wir einen zu kalten April, schweigen sie. Passt ja nicht in das Märchen von der Klimaerwärmung. Hagelt es aber mal wo, oder stürmt und schneit, wird sofort die Klimakatastrophe beschworen. Und wenn es halt hierzulande ums Verrecken nicht wärmer werden will, nehmen sie Indien zu Hilfe, wo es gerade mal an die 50 Grad heiß wird. Dumm nur, dass die Menschen dort noch nicht auf den Schwindel hereingefallen sind, und uns auffordern, uns noch schneller zu deindustriealisieren. Wo das doch so naheliegend wär´. WIR retten die Welt. Wunderbar !

Das richtige Klima, ich meine, das menschliche, und somit 100 pro menschengemachte, war auch beim 2. Picknick auf der Wies´n herzerwärmend superklasse. Ich denke, wenn sich mal ein Reporter von der Badischen Zeitung hierher verirren würde, oder, besser, vom Chef dazu befohlen, er würde finden keine Worte. Ich glaub, er, oder besser sie würde verzweifeln, weil sie nicht einmal EIN HAAR in der Suppe fänd. Nur Rosinen und allerfeinste Gewürze. Von Wohlwollen, Freundlichkeiten und Schönheiten aller ART müsst´ sie schreiben. Von tollenden, lachenden Kindern. Von Spiel und Spaß. Kurz: Von Wein, Weib und Gesang. Wie der Herr von und zu Goethe schon damals beschrieben:  – Zufrieden jauchzet Groß und Klein: Hier bin ich Mensch, hier darf ich´s sein.

Ja, ein echtes Klavier stand sogar auf der Wies´n. Und ein Trompeter stand daneben. Ab und an hab ich auch gesungen. Mal allein, mal im Verein mit anderen Wohlgestimmten. Nur meine Mundharmonika gab keinen Ton von sich. Ich konnt´ sie nicht finden.

Und dass kein Krümelchen hinterlassen wurde, auf weiter Flur, müsste die Zeitung schreiben, wenn sie ehrlich wär. Keine leere Dose. Einfach nichts als das grüne Gras, welches vorher schon dagewesen.

Allerdings…

EINE verdächtige Sache könnte sie berichten. Ein halbes Dutzend Leute hockte und kniete um eine Decke herum, auf der zwei Dutzend A 4-große Papiere waren verstreut. Darauf standen verschiedene Parolen. Z.B. NIE WIEDER MASKENPFLICHT ! – Oder: IMPFZWANG, NICHT MIT UNS! – Offenbar wurde beraten, welche der Parolen demnächst am dringlichsten sind. Also doch: Verdächtig pöse SCHWURBELEIEN !

Jetzt ist es endlich bewiesen.

Der Badischen

sei Dank.

In Ewigkeit A.

Anmerkung:

Der Autor obigen Artikels ist 80 Jahre jung und bezeichnet sich als den ältesten Rikschafahrer der Welt. Wer ihm dies streitig macht, möge es beweisen.

 

Antonio B.

Bilder: Antonio B.

 

Ein redaktioneller Hinweis:

Die Samstagsdemonstrationen in Freiburg gegen die Impfpflicht und andere unverhältnismäßige Maßnahmen und Gängeleien finden inzwischen im Zweiwochenrhythmus statt. In den demofreien Wochen trifft sich der Widerstand zum gemütlichen Beisammensein auf der Wies’n zur Stärkung, zur Labung und zum Austausch.