Wer behauptet,

die Presse lüge nicht, lügt. Nur eine Zeitung lügt nie: die heißt aber auch Prawda (Wahrheit). Aber selbstverständlich ist der Vorwurf zu einseitig: Alle Massenmedien lügen, nicht nur die Presse. – Und sie lügt nicht einmal am besten: Dieser Ruhm gebührt dem Fernsehen, das zu den Worten auch die Bilder lügen lassen kann. Aber zur Ehrenrettung der Massenmedien sei gesagt, dass nackte Lügen im Zeitalter des Internet eher selten sind.

Das wirkliche Problem sind doch nicht die Lügen,

sondern die feingesponnenen Irreführungen. Ca. 50% der Journalisten verorten sich als links bis linksradikal, ca. 30% als indifferent, also als politisch korrekt. Diese Journalisten werden also die Nachrichten ihrer linken oder politisch korrekten Einstellung gemäß herrichten. Der lupenreine Demokrat Schröder hat mit dankenswerter Offenheit zugegeben: Er brauche zum Regieren nur Bild, Bams und Glotze. Listig wie er ist, hat er seine treuesten Paladine unterschlagen: Die Zentralorgane der political correctness: Zeit, Spiegel und Süddeutsche Zeitung.

Sie beherrschen die Kunst meisterhaft,

die gewünschte Stimmung  durch die Wortwahl zu erzeugen: PEGIDA-Demonstranten sind demnach Nazis, rassistisch, fremdenfeindlich. Bei der Erwähnung der AfD tropft solchen Journalisten aus Mund und Feder regelmäßig, wie Pawlowschen Hunden, “rechtspopulistisch”, “rechtskonservativ”.  “Linkspopulistisch” für SPD und Grüne, “neokommunistisch” für die als “Linke” kostümierte SED gibt es nicht, Linksextreme gibt es auch nicht: das sind Autonome (wie vornehm!).

Man kann unliebsame Nachrichten ganz unterdrücken

oder an unscheinbarer Stelle verstecken, man kann durch die Wortwahl den gewünschten Widerwillen erwecken. Durch die Kameraeinstellung kann man unliebsame Politiker negativ darstellen; man kann Interviews gar nicht bringen, wenn der Interviewte nicht die gewünschten Negativkommentare, mit denen man seine Partei fertigmachen kann, liefert. Oder man engagiert gleich einen RTL-Reporter, der sich für ein ARD-Interview als Pegida-Demonstrant ausgibt.

Viele Falschmeldungen sind allerdings ungewollt,

sie entstehen durch Dummheit und schlampige Recherche. Das klassische Beispiel sind die angeblichen Hitler-Tagebücher, die der “Stern” abzudrucken begann. Da die herrschenden Parteien und die Massenmedien in einer Symbiose verquickt sind, die Parteien die quasi-staatlichen Fernsehsender beherrschen und diese mit Zwangsabgaben alimentieren, empfiehlt es sich für Journalisten nicht, wider den Stachel zu löcken – man will ja Karriere machen.

In der Bevölkerung

hat sich aber trotz der täglichen massenmedialen Dressurversuche ein feines Gespür für Ehrlichkeit und Anstand erhalten. Journalisten werden zusammen mit Bankern, Managern und Politikern am  wenigsten geachtet. Der Volksmund sagt: „Der/die lügt wie gedruckt.“ – Auch Geistesgrößen sind diesem Beruf nicht hold:

Karl Kraus: “sprachlos vor dem Geist, ratlos vor der Tat, wissen sie dennoch Bescheid.” Leo N. Tolstoi: “Wenn ein Mann für Geld geistige Arbeit, insbesondere Zeitungsarbeit leistet, dann ist dies absolute Prostitution. Und nicht im Sinne eines Vergleichs, sondern der Identität.” Kurt Tucholsky: “Der geschickte Journalist hat eine Waffe: das Totschweigen – und von dieser Waffe macht er oft genug Gebrauch.” Johann Wolfgang von Goethe: “Der Zeitungsschreiber selbst ist wirklich zu beklagen, // Gar öfters weiß er nichts, und oft darf er nichts sagen.” Adolph Kolping: “Es ist eine beliebte Manier der herrschenden Zeitungsschreiberei, solche Tatsachen oder Erscheinungen im öffentlichen, sozialen oder kirchlichen Leben, die gewissen Parteien nicht in den Kram passen, entweder möglichst kurz und oberflächlich abzutun oder gar sie so schief zu drehen und zu zerren, dass jedenfalls die Sache dadurch aus ihrem wahren und natürlichen Lichte hinausgerückt wird, oder auch sie völlig zu ignorieren, was man die Manier des ‘Totschweigens’ nennt.” Charles Baudelaire: “Ich begreife nicht, dass eine Hand eine Zeitung berühren kann, ohne Krämpfe von Ekel zu bekommen.”  Johann Nestroy: “Abonnenten sind nicht so leicht zu vertreiben. Es ist zum Staunen, was ein guter Abonnent verträgt.”  Rolf Hochhuth: “Unseren Redakteuren muss kein Staat den Maulkorb umbinden, sie tragen ihn so unreflektiert wie ihre Großväter die Schnurrbartbinde.”  Louis Aragon: “Und wenn ich sage Journalist, dann meine ich Drecksau. Das ist der richtige Name für das, was ihr tut.” Wilhelm Busch dichtet daher unzensiert: “Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s gänzlich ungeniert.”

Übrigens

ist auch die Behauptung, der Ausdruck “Lügenpresse” sei von den Nationalsozialisten erfunden worden, eine Lüge oder Ergebnis schlampiger Recherche. Er wurde im 19. Jh. geprägt und wurde in der Bundesrepublik zuerst von der APO verwendet.

dr fa

Bild: telegram Hugga Jörsch