und eine neue Strecke wird gebaut. Ab Montag werden daher im Stadtteil Brühl-Beurbarung zahlreiche Umbauten stattfinden. So wird die Straßenbahn an diesem Sonntag das letzte Mal durch die Komturstraße fahren.

Zur Geschichte:

Im Jahr 1928 wurde die Straßenbahnstrecke durch die Komturstraße eröffnet. Vor dieser Strecke hat es bereits seit 1908 eine Strecke gegeben, die vom Freiburger Hauptbahnhof zum Güterbahnhof gefahren ist. Diese wurde später stillgelegt, die Strecke durch die Komturstraße hat es bis heute gegeben.

Mit der Eröffnung der Strecke zur Komturstraße war an der Eichstetter Straße damals auch ein Betriebshof gebaut worden, der um ein Vielfaches größer als der im Jahre 1901 eröffnete in der Urachstraße war und fast den gesamten Fuhrpark der Freiburger Verkehrsbetriebe abwickelte. Diese Bedeutung hatte er bis 1994.  Damals ging auf der Haid das „VAG-Zentrum“ in Betrieb. Der Betriebshof in der Eichstetter Straße existierte eine Zeit lang weiter als Depot, wurde jedoch 2007 abgerissen. Heute befinden sich auf dem Gelände neue Wohnungen.

Die Gründe für den Bau der neuen Strecke:

Dass die Gleise auf der alten Strecke noch aus den 50er Jahren stammen, kann man als Fahrgast am Fahrgefühl deutlich spüren. Eine Sanierung dieser 94 Jahre alten Strecke wäre daher in den nächsten Jahren mehr als erforderlich gewesen.

Da es seit einigen Jahren auf dem Gelände ehemaliger Flächen des Güterbahnhofs einen neuen Stadtteil gibt, benötigt dieser auch eine Verkehrsanbindung an den Nahverkehr. Daher plante die Stadt, die Straßenbahntrasse um ca. 90 Meter Richtung Westen von der Komturstraße in die Waldkircher Straße zu verlegen. Damit hat somit sowohl der Stadtteil Brühl-Beurbarung einen Straßenbahnanschluss als auch das neue Güterbahnhofsareal.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Straßenbahn aufgrund des größeren vorhandenen Platzes an der Waldkircher Straße künftig nicht mehr zusammen mit dem Individualverkehr auf der Straße fahren muss, sondern eine eigene mit Rasen bewachsene Trasse besitzt. Das ist für die Anwohner wohltuend, sind sie doch künftig einem geringerem Lärmpegel ausgesetzt. Die Kosten seien laut der Stadt Freiburg nur minimal höher als eine Komplettsanierung der bestehenden Trasse in der Komturstraße.

Ein kleiner Wehrmutstropfen

Leider mussten aus Platzgründen über 100 Jahre alte, wertvolle Bäume an der Waldkircher Straße gerodet werden. Bürgerinitiativen haben darauf aufmerksam gemacht. Da aber zwischenzeitlich die neue Trasse bis auf kleinere Arbeiten so gut wie fertig ist, sollte man sich auf die neue Situation einstellen.

Die Umbaumaßnahmen ab Montag, 11. April

Ab Montag ist die Strecke gesperrt. Erforderliche Umbauarbeiten sind die Abkoppelung der alten Strecke, das Anschließen der neuen Strecke an das Bestandsnetz, sowie (aufgrund betrieblicher Gründe) das Umkehren der Fahrtrichtung in der Wendeschleife Hornusstraße. Dafür ist die Linie 4 bis zum 11. September bis zur Haltestelle Okenstraße verkürzt, die Linie 2 bis voraussichtlich Sommer 2022 am Friedrich-Ebert-Platz verkürzt.

Bis 11. September gibt es folgenden Ersatzverkehr:

  • Schienenersatzverkehr der Linie 2: Rundkurs Friedrich-Ebert-Platz-Rennweg und über Stefan-Meier-Straße mit seinen Haltestellen zurück zum Friedrich-Ebert-Platz. Der Bus fährt werktags im 15 bis 20 Minuten-Takt.
  • Schienenersatzverkehr der Linie 4: von der Hauptstraße mit Fahrt über die Habsburgerstraße regulär nach dem Linienlauf der Linie 4 bis zur Gundelfinger Straße. Auf dem Rückweg fährt der Bus bis zur Hornusstraße nach dem regulären Linienlauf, anschließend fährt er wie die Linie 2 über die Komturstraße bis zum Rennweg und zurück zur Hauptstraße. Dieser fährt werktags im 7 1/2 Minuten Takt.
  • An den Endhaltestellen sind die Ersatzbusse der Taktung der Straßenbahn angeglichen.

Die letzte Fahrt

Am morgigen Sonntag, den 10. April, fährt also die Straßenbahn das letzte Mal durch die Komturstraße. Die allerletzte Fahrt über die alte Strecke wird Montag früh um 0:56 die Fahrt ab Zähringen Richtung Betriebshof (VAG-Zentrum) sein.

Natürlich hat die neue Strecke ganz klar ihre Vorteile und sie erschließt einen Stadtteil. Dennoch fällt Abschied bekanntlich immer schwer, gerade wenn man bedenkt, dass dieser Teil des Straßenbahnnetzes 94 Jahre bestanden hatte.

jb

Foto: jb