In seiner 211. Ausgabe hat die Hörsendung indubio auf achgut.com neben anderen Mitdiskutanten den Ehrenpräsidenten des deutschen Lehrerverbandes, ehemaliges Vorstandsmitglied im Deutschen Philologenverband und Preisträger des Deutschen Sprachpreises 2018 Josef Kraus zu Gast. Die Sendung ist unter folgendem Link verfügbar: https://www.achgut.com/artikel/indubio_211_06_03_2022_das_zeitalter_der_phobokratie.

Seine pointierten Äußerungen machen Ihn bei kritisch nachdenkenden Zeitgenossen zu einem gefragten Gesprächspartner. Er trat schon des Öfteren bei indubio auf, einer Sendung, die zweimal wöchentlich die aktuelle Lage mit vom Gedankenmainstream befreitem Geist betrachtet. Er ist ein geschätzter Gedankenduellant für den Moderator und indubio-Initiator Burkhard Müller-Ullrich, der von 1997 bis 2000 Leiter der Redaktion Kultur heute im Deutschlandfunk war.

Kraus, pensionierte Lehrer aus Niederbayern, kritisierte unter anderem mehrfach die Rechtschreibreform und setzte sich gegen englische Begriffe im Sprachgebrauch ein. In seiner Eigenschaft als Philologe führte er im erwähnten Podcast bei Minute 12:36 einen zwar uralten, aber im Verwendungszusammenhang mit einer bundesrepublikanischen Regierung bisher nicht verwendeten Begriff ein:

Die Phobokratie – regieren mit Angst

Er führt dabei die Themenkomplexe Corona und Klimawandel an, die uns alle sattsam bekannt sind. Dieser Politikstil der Angst begegnet uns auch an anderen Stellen, zum Beispiel

  • bei der gezielten Energieverknappung bei allen Energieträgern mit der Provokation von Kostenangst und dem damit einhergehendem Energiesparzwang – und dies unabhängig von der aktuellen Situation,
  • bei der Rentenangst durch Duldung unauskömmlicher Arbeit und dadurch Verarmung der Bevölkerung in der Breite
  • und nicht zuletzt bei vielen Politikern, die sich gemütlich in der allgemeinen „German Angst“ einrichten.

Gerne können wir gemeinsam diese Liste erweitern – diskutieren Sie mit!

Angst stellt die klassische emotionale Reaktion oder den internen Zustand dar, der Vermeidungs- und Fluchtverhalten vorausgeht und sie in Gang setzt. Angst lähmt also nicht, wie vielleicht alltagspsychologisch zu vermuten wäre, sondern stellt eine Verhaltensbereitschaft dar. An vielen Stellen in der Gesellschaft regt sich dennoch vermehrt Widerstand. Womöglich unterschätzt die herrschende Klasse dieses Potenzial sogar.

Gerne würde der Verfasser dieses Artikels den Spieß umdrehen

An den Punkten des gesellschaftlichen Lebens, an denen das Volk aus lauter Angst kaum noch einen klaren Gedanken fassen kann, bleibt die Politik seltsam wort- und tatenlos oder regiert gezielt gegen den aus dem Naturrecht hervorgehenden, gesunden Volkeswillen – früher durfte man es noch gesunden Menschenverstand nennen.

Auch dazu einige Beispiele:

  • Angst vor Überfremdung
  • Angst um persönlichen Besitz
  • die beiden letztgenannten gerne auch in Kombination von beiden Seiten betrachtet
  • eigene Zukunftsangst
  • Zukunftsangst um die Kinder
  • Angst durch immer weiter verfallende und verrohende Sitten im Kleinen wie im Großen
  • vom eigenen, festen, Lebensstandpunkt im persönlichen Umfeld bis hinein in die engste Familie nicht mehr offen kommunizieren zu können

Gerade der letztgenannte Punkt muss der Verfasser und seine Frau, und sicher noch viele andere täglich erleben und aushalten.

War und ist es nicht die Aufgabe der politischen Elite, der sozialen Verbände und der Kirchen ein auskömmliches Zusammenleben für all diejenigen zu ermöglichen und wenn notwendig zu erstreiten, die ein vernünftiges und sittlich einwandfreies Leben führen wollen? Wer gibt den Verantwortlichen das Recht, dieses Prinzip wegen wenigen lautstarken Minderheiten umzudrehen? Und wie konnte es soweit kommen, dass die Vernunft soweit zurückgedrängt wurde?

mb

Beitragsbild von Stefano Pollio/Unsplash