Von Dario Herzog

In Großbritannien hat sich eine patriotische und von mehreren Organisationen unterstützte Bewegung gebildet, die ein bemerkenswert friedliches Mittel des Protests gewählt hat: das massenhafte Aufhängen nationaler Fahnen, allen voran des Union Jack und des St George’s Cross. Statt auf Konfrontation oder Lärm zu setzen, greifen die Initiatoren auf Symbole zurück, die tief in der Geschichte des Vereinigten Königsreiches verwurzelt sind und sofort erkennbar wirken – und für den Zusammenhalt der autochthonen Bevölkerungsteile stehen. Was den Deutschen der Stolzmonat, ist den Briten ihre Fahnen-Kampagne, genannt Operation Raise of the Colours. Zwei Wege des friedlichen, aber mitunter mächtigen Protests!

Die Idee ist einfach, aber wirkungsvoll
Durch das gleichzeitige und vor allem massenhafte Hissen von Fahnen an Häusern, an Straßenlaternen, in Gärten oder an öffentlichen Orten wird ein starkes, sichtbares Signal ausgesendet – ohne Gewalt, ohne Eskalation, ohne persönliche Konfrontation. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher, oftmals migrationsbedingter Spannungen, einwanderungsfreudige Grüne würden vom täglichen Neuaushandeln der Gesellschaft sprechen, kann diese Form des Protests eine wirksame Alternative bieten – Anliegen werden sichtbar, ohne das Miteinander zu gefährden, ohne sich strafbar zu machen, ohne verhaftet zu werden. Statt lauter Parolen oder aggressiver Auftritte steht die stille, aber kraftvolle Präsenz des nationalen Symbols im Vordergrund. Das schafft Aufmerksamkeit!

Symbole der Einheit
Bemerkenswert ist zudem, dass Fahnenaktionen oft eine verbindende Wirkung entfalten: Nachbarn tauschen sich darüber aus, Familien hängen gemeinsam Fahnen auf, ganze Straßenzüge beteiligen sich – so zumindest derzeit in Großbritannien. Dadurch wird der Protest nicht nur zu einem politischen Statement, sondern zu einem sozialen Erlebnis, das Menschen im Alltag einander näherbringt, so Beteiligte stolz in Fernsehberichten der britischen Mainstreammedien, die die Kampagne naturgemäß schlechtreden. So zeigt die Kampagne, dass es heute einfallsreiche Wege gibt, politische Botschaften zu kommunizieren. Der Union Jack und das St George’s Cross, aber auch der Walisische Drache wehen hier als Ausdruck von Stolz, Gemeinschaft und friedlichem Protest – ähnlich wie die schwarz-rot-goldenen Fahnen während des deutschsprachigen Stolzmonats. Könnte eine solche Form des Protests – das gemeinschaftliche Hissen von Fahnen – auch hierzulande ein positiver Impuls für patriotischen Protest sein? Gewiss!

Die Träger der Kampagne Operation Raise the Colours
Die Kampagne Operation Raise the Colours wurde im August 2025 gestartet und richtet sich mit dem Ziel an die Öffentlichkeit, durch das massenhafte öffentliche Hissen von britischen Flaggen ein Zeichen für Patriotismus – und gegen Überfremdung – zu setzen. Die Initiative wurde mitbegründet und organisiert insbesondere von Andrew Currien, besser bekannt als Andy Saxon, der in britischen patriotischen Kreisen sehr aktiv ist und mit der vor allem durch einwanderungskritische Demonstrationen bekannten Gruppe (und auch Kleinstpartei) Britain First vernetzt ist. Auch der hierzulande bekannte und besonders vom britischen Staat wegen Meinungsäußerungen verfolgte Aktivist Tommy Robinson unterstützt die Kampagne, die aber nach dem Graswurzelprinzip strukturiert ist und nicht von oben orchestriert wird. So tragen vor allem lokale Gruppen wie die Weoley Warriors (Birmingham) oder Flag Force UK (Yorkshire) den Protest in die Öffentlichkeit. Mittlerweile kursieren sogar interaktive Karten mit Flaggenstandorten. Ein Protest, der nicht verboten werden kann, weder durch Vereinsverbote noch durch ein Verbot der Aktion selbst; die Fahnen sind immerhin legal. Und Elon Musk postet auch schon recht freudig regelmäßig Beiträge über die Kampagne.

Nationale Symbole verbreiten!
Die Briten zeigen es, der Stolzmonat beweist es: Wer sich heute zur eigenen Fahne bekennt, bekennt sich nicht zum jeweiligen politischen System, sondern zu seinem Land, dem Land der Vorväter. Nachdem Bodo Ramelow von der postkommunistischen Linkspartei jüngst forderte, die Nationalhymne zu ändern, sollte man vielleicht als nächstes eine Soli-Kampagne für das Lied der Deutschen starten. Angebracht wäre es!

Beitragsbild / Symbolbild: Maxim Studio / Shutterstock.com; Bilder oben und darunter: Netzfunde auf X, Urheber unbekannt.

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