Von Jan Ackermeier

Am 7. Mai 1954 endete nach 56 Tagen erbitterter Kämpfe die Schlacht um Dien Bien Phu mit einer verheerenden Niederlage für Frankreich. Die Kapitulation der französischen Streitkräfte in der abgelegenen Festung im Nordwesten Vietnams markierte nicht nur das Ende eines blutigen Krieges, sondern auch den Zusammenbruch des französischen Kolonialreichs in Südostasien. Die französische Militärführung hatte die Festung Dien Bien Phu im November 1953 besetzt, um die Nachschubwege der vietnamesischen Unabhängigkeitskämpfer (Vietminh) unter General Vo Nguyen Giap zu unterbrechen. Doch die Franzosen unterschätzten die Kampfkraft und die Logistik ihrer Gegner dramatisch. Entgegen allen Erwartungen gelang es den Vietminh, schwere Artillerie über die bergige Dschungellandschaft zu transportieren und rund um das Tal Stellungen zu errichten.

Ab März 1954 wirkten vietnamesische Geschütze unablässig auf die französischen Positionen
Die eingeschlossenen Verteidiger, darunter auch Soldaten aus den französischen Kolonien und der Fremdenlegion, waren von jeder Versorgung abgeschnitten. Versuche, die Festung aus der Luft zu versorgen, scheiterten unter schwerem Beschuss. Nach wochenlangen Kämpfen unter katastrophalen Bedingungen – bei Monsunregen, in überschwemmten Schützengräben – kapitulierten am 7. Mai 1954 die letzten französischen Einheiten. Über 11.000 französische Soldaten gerieten in Gefangenschaft, die meisten überlebten die brutalen Märsche in die Gefangenenlager nicht. Die Niederlage hatte unmittelbare politische Konsequenzen: Bereits am 8. Mai begannen in Genf internationale Friedensverhandlungen. Die Genfer Indochinakonferenz führte im Juli 1954 zur Teilung Vietnams entlang des 17. Breitengrades und zum Abzug der französischen Truppen. Dien Bien Phu läutete eine neue Ära in der Machtverteilung Südostasien ein –die Teilung Vietnams legte auch den Grundstein für den späteren Vietnamkrieg.

Beitragsbild / Symbolbild und Bild oben: Französische Infanteristen in ihren Schützengräben bei Dien Bien Phu. Urheber unbekannt.

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