Von Jan Ackermeier

„Houston, we’ve had a problem.“ – Am 13. April 1970, rund 320 000 Kilometer von der Erde entfernt, wird aus einer Routine-Mondmission schlagartig ein Überlebenskampf: An Bord von Apollo 13 explodiert ein Sauerstofftank im Servicemodul der Raumfähre. Ein dumpfer Knall, ein Ruck durch das Schiff, dann flackernde Anzeigen – wenige Augenblicke später ist klar, dass die Mission in akuter Gefahr ist. Die Worte des Kommandanten Jim Lovell gehen in die Geschichte ein: sinngemäß meldet die Besatzung ein „Problem“ an die Bodenkontrolle in Houston. Hinter dieser nüchternen Formulierung verbirgt sich eine Katastrophe.

Das tödliche Loch
Der beschädigte Tank reißt ein Loch in das Herzstück der Versorgung: Sauerstoff, Strom und Wasser stehen plötzlich nur noch stark eingeschränkt zur Verfügung. Die geplante dritte Landung von Menschen auf dem Mond wird innerhalb kurzer Zeit gestrichen; aus einer Forschungsreise wird eine Notoperation im All. Die Ingenieure im NASA-Kontrollzentrum arbeiten fieberhaft an Lösungen, basteln Rettungsszenarien am Reißbrett, während die Astronauten in der Enge der Kapsel um Energie, Wärme und Atemluft ringen. Um Strom zu sparen, wird das Servicemodul weitgehend abgeschaltet, die Besatzung zieht in die Mondlandefähre um, die eigentlich nur für einen kurzen Aufenthalt auf der Mondoberfläche vorgesehen war.

Die folgenden Tage werden zu einer dramatischen Bewährungsprobe für die Raumfahrt
Provisorische Kohlenstoffilter aus Bordmaterial gegen den steigenden CO2-Gehalt der Luft, eine improvisierte Kurskorrektur mit dem Triebwerk der Mondlandefähre und strikte Rationierung sichern das Überleben der Männer an Bord. Als Apollo 13 nach einem riskanten Umflug um die Rückseite des Mondes schließlich zur Erde zurückkehrt und am 17. April sicher im Pazifik wassernd geborgen wird, atmet die Welt erleichtert auf. Aus dem „beinahe Unglück“ wird ein Lehrstück über Ingenieurskunst, Teamarbeit und Krisenmanagement – und ein Datum, das die Verwundbarkeit wie auch die Leistungsfähigkeit der bemannten Raumfahrt eindrücklich vor Augen führt. In diesem Zusammenhang kann man auch auf die hervorragende Verfilmung der Vorkommnisse mit Tom Hanks im Jahr 1995 hinweisen. Sehenswert!

Beitragsbild / Symbolbild und Bild oben: Die Mannschaft von Apollo 13 nach der Landung und Bergung im Pazifik. Urheber unbekannt.

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