Von Jan Ackermeier
Am Abend des 13. März 1781 richtet der deutsch‑britische Astronom Wilhelm (William) Herschel sein Teleskop auf den Himmel über dem englischen Bath. Was zunächst wie eine routinemäßige Himmelsbeobachtung erscheint, wird an diesem Tag zur wissenschaftlichen Sensation: Herschel entdeckt ein unscheinbares Lichtpünktchen, das sich bei genauerer Betrachtung anders verhält als die bekannten Sterne. Er beschreibt es zunächst als „nebulösen Stern“ und hält es später für einen möglichen Kometen – ohne zu ahnen, daß er soeben das bekannte Planetensystem erweitert hat.
Ein weiter Blick
Herschel, ein aus Hannover stammender Musiker und Autodidakt in Sachen Astronomie, hat sich in den Jahren zuvor durch den Bau eigener Teleskope einen Namen gemacht. Seine Instrumente sind leistungsfähiger als vieles, was in den Observatorien seiner Zeit zur Verfügung steht. Gerade diese technische Überlegenheit ermöglicht ihm am 13. März 1781 jene Beobachtung, die anderen entgangen ist: Das Objekt zeigt bei wiederholten Messungen eine winzige, aber messbare Verschiebung gegenüber dem Fixsternhintergrund – ein eindeutiger Hinweis darauf, dass es sich nicht um einen gewöhnlichen Stern handeln kann.
Existenz von anderen Planeten setzt sich in der Wissenschaft durch
In den folgenden Monaten wird Herschels Fund von anderen Astronomen aufgegriffen und überprüft. Durch sorgfältige Bahnverfolgung und Berechnungen zeigt sich, dass das Objekt weder ein Komet noch ein Asteroid ist, sondern sich auf einer nahezu kreisförmigen Bahn weit außerhalb der Saturnbahn bewegt. Damit ist klar: Es handelt sich um einen neuen Planeten, den ersten, der seit der Antike entdeckt wird. Später erhält er den Namen Uranus, nach dem griechischen Himmelsgott – ein Name, der sich gegen Herschels ursprünglichen Vorschlag „Georgium Sidus“ zu Ehren des britischen Königs Georg III. durchsetzt.
Die Entdeckung des Uranus am 13. März 1781 markiert einen Wendepunkt in der Astronomie
Erstmals erweitert ein Mensch mit Hilfe eines Teleskops das bekannte Planetensystem über die bis dahin klassisch überlieferten Planeten hinaus. Das Sonnensystem erweist sich als größer und komplexer, als man jahrhundertelang angenommen hatte. Gleichzeitig wird Herschel selbst durch diesen Fund berühmt: Er erhält königliche Förderung, wird Astronom des Königs und treibt mit seiner Schwester Caroline weitere Himmelsdurchmusterungen voran. Der 13. März 1781 steht damit sinnbildlich für den Übergang von der traditionellen Himmelskunde zu einer modernen, instrumentengestützten Astronomie, die das Bild des Universums grundlegend verändert.
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