Von Albrecht Künstle
Die Sternsinger waren wie jedes Jahr aktiv: Sie sammelten und beteten Ende Januar weltweit für ihre Glaubensbrüder und -schwestern in Bangladesch. Konkret für Sontosh, dessen Name zur Sicherheit geändert wurde, doch er steht stellvertretend für viele andere ähnliche Fälle: Ein Christ hinduistischer Herkunft dient als Evangelist unter Hindus; doch verfolgt wird er natürlich nicht von den Hindus, sondern von den Anhängern der „Religion des Friedens“: Ortsansässige Muslime bedrohten Sontosh mehrfach. Sie „verprügelten ihn schließlich so heftig, dass er eine Woche lang nicht richtig gehen konnte. Beten wir um körperliche und seelische Heilung“, hieß es im Gebetskalender von Open Doors für den 22. Januar.
Bangladesch ist 2026 das auserwählte islamische Land
Mehr zur Situation von Christen in Bangladesch siehe hier. „Auch die Christen unter den mehrheitlich muslimischen Rohingya, die aus Myanmar nach Bangladesch geflohen sind, sind Schikanen und starkem Druck seitens ihrer Gemeinschaft aus-gesetzt“, erfährt man dort. Rohingya? Sind das nicht jene muslimischen Flüchtlinge unterschiedlicher Provenienz, die sich ebenso wie das erfundene Volk der sogenannten „Palästinenser“ als Ethnie inszenieren, um – auch bei uns im Westen – als Opfer von „antimuslimischem Rassismus“ oder gar „Völkermord“ glorifiziert und in China als potenzielle Terroristen „umerzogen“ werden?
Doch zurück zu Sontosh und der christlichen Gebetsaktion
‚Das soll in Bangladesch sein, wirklich? Liegt da auch keine Verwechslung vor? Das kann doch unmöglich sein – denn für die millionenschwere katholische Sternsingeraktion dieses Jahres 2026 wurde doch explizit dieses Land auserwählt, in dem es zwar 89 Prozent Muslime gibt, aber nur 0,5 Prozent Christen (und nur die Hälfte von ihnen Katholiken). Geht die Nächstenliebe der Sternsinger-Organisation inzwischen so weit, dass sie nicht nur ihre „Nächsten“ lieben, sondern auch ihre Über-Über-Übernächsten, und dazu noch welche, die Christen verfolgen? Wissen die Eminenzen und Herrschaften in Schwarz das vielleicht gar nicht? Oder ein weiterer Versuch, die dortigen Islamisten gegenüber den unter ihnen lebenden Christen milde zu stimmen, um die eigenen Gläubigen zu schützen? Auch das gab es ja schon mehrfach.
Strukturimmanente Kinderarbeit im Islam
Es war dem Verfasser dieser Zeilen jedenfalls ein Bedürfnis, einmal die Motivation für die diesjährige Länderwahl der Sternsingeraktion in Erfahrung zu bringen, denn vergangenes Jahr wurden immerhin respektable 48 Millionen Euro gesammelt. Im Vorjahr waren die größten Spendensummen – für Kinderprojekte in der Ukraine, über Gaza bis in den Sudan oder nach Myanmar – aus den Diözesen Baden-Württembergs gekommen. Aber warum in Dreikönigsnamen diesmal nun Bangladesch, in dem gar kein solcher Krieg herrscht? Der Autor dieses Beitrages schrieb die Zentrale der Sternsingeraktion an und erhielt folgende lapidare Antwort:
„Mit den Erlösen aus der Aktion Dreikönigssingen werden Projekte rund um den Globus gefördert. Bangladesch ist lediglich das Beispielland der Aktion. Kindern in Deutschland wird exemplarisch die Lebenssituation von Kindern im jeweiligen Beispielland vorgestellt, um sie für die Probleme in der Einen Welt zu sensibilisieren… Die Beispielländer werden von der Jahreskonferenz zur Aktion Dreikönigssingen festgelegt, in der Vertreterinnen und Vertreter des Kindermissionswerks, des BDKJ und der Diözesen sitzen. Die Auswahl der Länder erfolgt passend zu den Schwerpunktthemen, die Kontinente wechseln. In Bangladesch ist das Problem ausbeuterischer Kinderarbeit immer noch weit verbreitet, engagierte Projektpartner der Sternsinger leisten dort gute Arbeit. Die Frage nach der Religionszugehörigkeit spielt bei unserer Projektförderung keine Rolle, die Hilfe kommt Kindern unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder Religionszugehörigkeit zugute.“
Man stellt sich allerdings folgende Frage
Wenn ausgerechnet ein islamisches Land beispielhaft in Kinderarbeit ist, woran kann das wohl liegen? Am Koran jedenfalls nicht; das wüsste man. Die Antwort kann im diesjährigen Motto zu finden sein, „Schule statt Fabrik“. Und weil Mädchen im Islam hinsichtlich der Bildung kürzer gehalten werden, sind sie von Kinderarbeit stärker betroffen als ihre gleichaltrigen Schüler. Wenn dies aber gerade in einem muslimischen Land kulturell verwurzeln und quasi systemimmanent ist – warum thematisiert man diesen Zusammenhang nicht? Und warum lässt man die vielen Millionen Euro nicht in Kinderprojekte im christlichen Südamerika oder ins nichtmuslimische Afrika südlich des Äquators fließen? Die islamischen Araber sitzen auf so viel Öl und Gas und wissen kaum wohin mit ihren Petrodollars. Und in ihren Moscheen kommt ebenfalls viel zusammen.
Aber nein, wir Deutschen wollen schließlich die ganze Welt beglücken!
Man darf auf die Zahlen gespannt sein, wie viele Millionen an Sternsinger-Spenden in diesem Jahr zusammenkamen und wohin diese fließen. Und sich dann anschließend erneut wundern, dass das Spendenergebnis vom Verein Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ erneut erst am 31. Juli veröffentlicht wird. Wie dem auch sei – man wünscht sich, die Begeisterung der spendensammelnden Sternsinger für ihre eigene Mission hielte etwas länger an wie nur ein Jahr, denn in den Gottesdiensten sucht man dieselben Kinder, die hier singend von Haus zu Haus ziehen, leider zumeist vergebens. Andererseits ist immerhin etwas Besonderes, an der weltweit größten Spendenaktion von Kindern für Kinder dabei gewesen zu sein. Vergelt‘s Gott! Allah wird es jedenfalls nicht tun.
Beitragsbild / Symbolbild und Mitte: Waldemar Manfred Seehagen / Shutterstock.com
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Auf http://www.sternsinger.de kann man sich das Material herunterladen: Auf dem Plakat steht „Gegen Kinderabeit“, aber nix von Bangladesh, und im Begleittext in zweiter Hälfte ein Absatz „Beispielprojekte in Bangladesch“ sowie ganz unten „Jedes Jahr stehen ein Thema und Beispielprojekte aus einer Region exemplarisch im Mittelpunkt der Aktion Dreikönigssingen. Die Spenden, die die Sternsinger sammeln, fließen jedoch unabhängig davon in Hilfsprojekte für Kinder in rund hundert Ländern weltweit.“ Insofern hinreichend transparent.
Fragt sich ob auch die Sammler mit der Büchse das auch so kommuniziert haben – oder den gutmeinenden Gläubigen schlicht ein grob verfälschend vereinfachtes „für Kinder in Bangladesh“ geantwortet haben.
Von Religion wird auf Zielgruppenseite nichts gesagt, nur auf Seite der erhofften Spender kommt das mit “ dass Christen den Auftrag haben, eine gerechte Welt zu gestalten“ zur Sprache. Nu ja, die naiv gutmütig Gebenden wurden schon immer besonders begeistert ausgenommen.