Von Jan Ackermeier
Am 19. Dezember 1972 schließt sich über dem Pazifik eine Epoche der Raumfahrtgeschichte. Wenige Minuten nach dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre wird die Kommandokapsel von Apollo 17 per Fallschirm abgebremst, ehe sie einige Seemeilen westlich von Hawaii im Meer aufsetzt. Das Signal, dass die Kapsel sicher gewassert ist und die drei Astronauten geborgen werden können, markiert nicht nur das erfolgreiche Ende einer Mission – es ist bis heute der Schlußpunkt aller bemannten Reisen zum Mond.
Apollo 17
Apollo 17 war die sechste und letzte Landung von Menschen auf dem Mond im Rahmen des Apollo‑Programms der NASA. Kommandant Eugene Cernan, der Pilot des Kommandomoduls Ronald Evans und der Mondlandefährenpilot Harrison „Jack“ Schmitt hatten wenige Tage zuvor aus dem Taurus‑Littrow‑Gebiet des Mondes umfangreiche Gesteinsproben gesammelt und wissenschaftliche Messungen durchgeführt. Cernan wird beim Besteigen der Mondfähre als „letzter Mensch auf dem Mond“ in die Geschichte eingehen.
Wettlauf mit den Kommunisten
Mit dem sicheren Aufsetzen im Pazifik endet ein Programm, das innerhalb nur eines Jahrzehnts von den ersten orbitalen Testflügen bis zur Landung auf einem anderen Himmelskörper geführt hatte. Politisch hatte das Apollo‑Programm seinen Ursprung im Wettlauf mit der Sowjetunion, technisch war es ein riesiges Experimentierfeld für Raketen‑, Navigations‑ und Computertechnik. Die Rückkehr von Apollo 17 steht daher symbolisch für den Übergang von einer heroisch geprägten Ära der Entdeckung zu einer stärker auf Erdumlaufbahn, Raumstationen und unbemannte Sonden und Satelliten ausgerichteten Raumfahrt.
Bis heute hat kein Mensch den Mond danach wieder betreten
Alle späteren Mondpläne wurden entweder gestrichen, verschoben oder auf unbestimmte Zukunft vertagt. Zugleich aber legten die während Apollo gewonnenen Daten die Grundlage für das moderne Verständnis der Mondentstehung und der frühen Geschichte des Sonnensystems. So erinnert der 19. Dezember 1972 daran, wie weit der technische und politische Wille der Menschheit bereits einmal gereicht hat – und wie offen die Frage bleibt, wann der nächste Schritt über den Erdorbit hinaus tatsächlich wieder gewagt wird.
Beitragsbild / Symbolbild und Bild oben: Der Wissenschaftler und Astronaut Harrison „Jack“ Schmitt, Pilot der Mondlandefähre, sammelt Proben der Mondoberfläche an Station 1 am Landeplatz Taurus-Littrow. Urheber unbekannt.
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