Von Dario Herzog

Die amtlichen Zulassungsstatistiken zeigen Phasen mit starkem Wachstum bei E-Auto- bzw. bei BEV-Neuzulassungen, so der Fachbegriff. BEV steht hierbei für Battery Electric Vehicle – auf Deutsch: batterieelektrisches Fahrzeug. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) meldete etwa Rekordwerte in einzelnen Monaten im Jahr 2025. Heißt das etwa, dass E-Autos weiterhin im Kommen sind? Mitnichten! Gleichzeitig bleiben die Anteile der verschiedenen Antriebsarten volatil, und europaweite Vergleiche zeigen, dass Hybrid-Modelle bei Käufern weiterhin eine stärkere Nachfrage erfahren als reine E-Autos.

Selbstregistrierungen und die Illusion von Nachfrage
Ein besonders kritischer Punkt, der die Jubelmeldungen konterkariert: In den vergangenen Monaten wurde ein deutliches Wachstum der sogenannten „Selbstregistrierungen“ (Registrierungen durch Händler und Hersteller statt Endkunden) beobachtet. Der deutsche Fahrzeughandel warnte, dass fast ein Viertel der Neuzulassungen in manchen Monaten auf solche Praxis zurückgehen könne — ein Mechanismus, mit dem Hersteller CO₂-Flottenziele erreichen, der aber keine echte Verbrauchernachfrage widerspiegelt. Diese Praxis verzerrt die Statistik und erschwert die Bewertung des tatsächlichen Niveaus an Marktakzeptanz. Oder mit anderen Worten: Angebliche Steigerungen im Verkauf belegen eben nicht, dass die Bevölkerung E-Autos schon als Fahrzeuge der Zukunft akzeptieren.

Warum Käufer zögern, ist einfach
Trotz sinkender Batteriekosten liegen viele E-Auto-Modelle preislich weit über vergleichbaren Verbrennern oder Hybriden. Die Kalkulation mit Restwert, Stromkosten, Förderungen und Versicherung ist für Verbraucher zudem komplex — viele sehen wirtschaftlich somit einfach keine klare Überlegenheit. Förderstreichungen oder -kürzungen (z. B. Ende bestimmter Kaufprämien) hatten in der Vergangenheit direkte Effekte auf die Verkaufszahlen und führten zu Kaufzurückhaltung. Die Schlußfolgerung ist einfach: Wenn der Staat den Kauf von E-Autos nicht massiv subventioiert, ist das Interesse eben gering. Politische Unsicherheit bezüglich zukünftiger Förderpolitik hemmt nun einmal die Kaufentscheidungen – und derzeit haben Millionen Bürger, nämlich vore allem arbeitende Bürger, Angst vor der nahenden wirtschaftlichen Katastrophe, die vor allem Industriebetriebe treffen wird.

Ladeinfrastruktur , Alltagstauglichkeit und wenige günstige Modelle
Obwohl die Infrastruktur durchaus wächst, bleibt die flächendeckende Verfügbarkeit (vor allem in Mehrfamilienhäusern und ländlichen Regionen) ein Punkt, der den deutschen Michel abschreckt. Reichweiten-Ängste und Zeitaufwand für Langstrecken-Laden ist genauso ein Hemmschuh. Viele Hersteller setzen immer noch auf hochpreisige Modelleinführungen oder konzentrieren die E-Auto-Offensive auf Flottenkunden. Für private Käufer fehlen häufig preiswerte, alltagsorientierte Modelle mit attraktivem Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Politische und industrielle Verantwortung
Während Hersteller Produktionskapazitäten auf Druck der oftmals rot-grünen Politik ausbauen und gleichzeitig über zu hohe Produktionskosten klagen, bleibt die Politik zögerlich bei klaren, langfristigen Anreizprogrammen und beim Ausbau der Ladeinfrastruktur; kein Wunder, ist Steuergeld eben knapp oder wird eher für das Ausland bestimmt (Ukraine, Entwicklungshilfe, internationale Klimaverpflichtungen etc.). Das Risiko: Kurzfristige, dirigistische Maßnahmen, beispielsweise die erwähnten Selbstregistrierungen, lassen die Zahlen zwar kurzfristig besser aussehen, lösen aber das Grundproblem fehlender Privatnachfrage nicht. Eigentlich ist das leicht zu verstehen, aber Wirtschaftskompetenz ist heutzutage eher rar gesät.

Die Elektromobilität in Deutschland? Ist mehr oder weniger gescheitert!
Die offizielle Zuwachsraten sind offensichtlich von taktischen Registrierungspraktiken und kurzzeitigen Fördereffekten beeinflusst. Ein nachhaltiger Marktdurchbruch erfordert aber ehrliche Zahlen, verlässliche politische Rahmenbedingungen, gezielte Privatkundenangebote und einen beschleunigten Infrastrukturaufbau. Ohne diese Maßnahmen droht Deutschland bei der tatsächlichen Mobilitätswende hinter den statistischen Schlagzeilen zurückzubleiben, die der polit-mediale Komplexgerne in Jubepersermanier gerne verbreitet. Aber wer ist bereit, Klartext zu reden? Es ist wieder einmal die AfD, die den Nagel auf dem Kopf trifft. So kommentiert der energiepolitische AfD-Fraktionssprecher Dr. Uwe Hellstern (MdL) einen entsprechenden SWR-Bericht, wonach in Baden-Württemberg immer weniger Menschen auf Elektroautos umsteigen recht klipp und klar:

„Die Bürger stimmen mit dem Geldbeutel ab – gegen teure, alltagsunsichere E-Autos und gegen eine grün-schwarze Politik, die ihnen ein einziges Antriebskonzept aufzwingen will. Hohe Anschaffungskosten, inflationär steigende Strompreise aufgrund einer Kamikaze-Energiepolitik, Reichweitenangst und eine löchrige Ladeinfrastruktur lassen die Leute ganz nüchtern abspringen. Währenddessen inszenieren sich Kanzler Merz und Ministerpräsident Kretschmann im Strategiedialog Automobilwirtschaft als große Transformationslenker, während unsere Hersteller Absatzeinbrüche und Arbeitsplatzabbau fürchten. Statt ehrlich einzugestehen, dass der einseitige E-Kurs die Automobilregion Baden-Württemberg in die Krise gefahren hat, wird an der Fassade weiterpoliert. Gleichzeitig diffamieren Szenestimmen wie Mobilitätsaktivistin Katja Diehl traditionelle Autofahrer mit Begriffen wie ‚Petromaskulinität‘, als sei die Liebe zum Verbrenner ein toxisches Männlichkeitsproblem. Das ist keine Politik, sondern ein Kulturkampf gegen Millionen ganz normale Pendler und Familien. Die AfD steht für Technologieoffenheit: moderne Verbrenner, synthetische Kraftstoffe, Hybrid und – wo sinnvoll – auch das E-Auto. Wir brauchen keine Bevormundung und keine Psychologisierung von Autofahrern, sondern bezahlbare Mobilität, sichere Arbeitsplätze und verlässliche Rahmenbedingungen für unsere Industrie.“

Mehr ist dem Thema eigentlich nicht hinzuzufügen.Irgendwann begreifen das auch unsere Politiker, spätestens dann, wenn man ihnen endgültig die Gefolgschaft kündigt und politische Alternative wählt. Aber dann könnte es für zig Tausende Arbeitsplätze in der Automobilwirtschaft schon zu spät sein…

Beitragsbild / Symbolbild und Bild oben: Es sarawuth / Shutterstock.com

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