Am 4. November 1980 richtet sich der Blick der US-Amerikaner auf die Wahlurnen. In einem von Unsicherheit und gesellschaftlichen Spannungen geprägten Jahr entscheiden Millionen Amerikaner über die politische Zukunft des Landes. Am späten Abend steht fest: Der Republikaner Ronald Reagan besiegt den amtierenden Präsidenten Jimmy Carter deutlich und wird 40. Präsident der Vereinigten Staaten. Der Wahltag ist Höhepunkt einer intensiven Auseinandersetzung. Die lange Wirtschaftskrise, steigende Arbeitslosigkeit und die anhaltende Geiselnahme von US-Bürgern im Iran haben das Vertrauen in die amtierende Regierung erschüttert. Reagan, ehemaliger Schauspieler und früherer Gouverneur von Kalifornien, tritt gegen Carter an, dessen Partei sich nach einer harten Vorwahl gegen den innerparteilichen Herausforderer Ted Kennedy knapp hinter ihm versammelt hat. Auch der unabhängige Kandidat John Anderson kann Teile des moderaten Lagers ansprechen, bleibt jedoch in der Wahlnacht chancenlos.
Im Verlauf des 4. November geben die Wähler ein klares Votum für einen Wechsel ab
Reagan gewinnt in 44 Bundesstaaten mit großem Vorsprung und erhält 489 Wahlleute gegen Carters 49. Die Republikaner erringen erstmals seit Jahrzehnten die Mehrheit im Senat. Reagan setzt im Wahlkampf auf das Versprechen wirtschaftlicher Erholung, eine Stärkung der nationalen Verteidigung und das Vertrauen auf traditionelle Werte. In seiner Dankesrede am Abend sagt er: “
Das Ergebnis hat unmittelbare Wirkung
Die demokratische Partei geht geschwächt in die Oppositionsrolle, die republikanische Führung organisiert einen zügigen Machtwechsel. Viele amerikanische und internationale Beobachter verbinden mit der Wahl große Erwartungen an Kurskorrekturen in Wirtschaft und Außenpolitik. Heute wird der Wahlsieg Reagans vielfach als Beginn einer politischen Neuorientierung gewertet. Erstens leiten seine wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Programme eine Wende im Umgang mit Staat, Sozialausgaben und Steuern ein. Zweitens markieren der Wahlerfolg und die folgenden politischen Entscheidungen einen Schub für konservative Bewegungen weit über die USA hinaus. Drittens prägen zahlreiche Maßnahmen Reagans das politische Klima bis weit in die folgenden Jahrzehnte.
Beitragsbild / Symbolbild: Reagan-Wahlplakat der 1980er-Kampagne. Urheber unbekannt.
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