Von Jan Ackermeier

14. Oktober 1066: Es war ein Herbsttag an Englands Südküste, an dem sich zwei Heere gegenüberstehen. Auf der einen Seite König Harald Godwinson mit seinen Hauskriegern. Auf der anderen Seite Wilhelm von der Normandie, der den englischen Thron will. Seit 1042 herrschte der angelsächsische König Eduard der Bekenner über England. Der Streit beginnt mit einem Erbproblem nach Eduards Tod am 5. Jänner 1066. Die Nachfolge bleibt offen und sorgt im Reich für Unruhe. Der Witan, der aus Adligen und Geistlichen bestehende oberste Rat der Angelsachsen, wählt Harald Godwinson als Harald II. zum König von England. Wilhelm von der Normandie behauptet, Eduard habe ihm die Krone zu Lebzeiten zugesagt. Er beruft sich zudem auf einen Eid Haralds von 1064. Auch die Norweger unter Harald Hardrade beanspruchen den englischen Thron. Harald II. schlägt ihn bei Stamford Bridge, doch seine Männer sind ausgelaugt. Er wendet sich sofort nach Süden, um die Normannen abzufangen, die am 28. September in Südengland gelandet waren.

Am Senlac Hill bilden die Angelsachsen einen Schildwall
Sie kämpfen zu Fuß mit Axt und Speer. Wilhelm setzt Bögen, Infanterie und Reiter ein. Mehrere Angriffe prallen ab. Dann gelingt ein Trick. Normannische Einheiten ziehen sich scheinbar zurück. Teile der Angelsachsen verlassen die Linie und verfolgen den scheinbar geschlagenen Gegner. Der Schildwall reißt auf, die normannische Reiterei stößt in die Lücken. Gegen Nachmittag kippt die Lage. König Harald fällt, wohl in der Nähe seines Banners. Das Bild mit dem Pfeil im Auge ist Legende, prägt aber die Erinnerung. Ohne ihren König bricht der angelsächsische Widerstand. Wilhelm behauptet das Feld und marschiert Richtung London. Die Folgen sind tiefgreifend: Am Weihnachtstag 1066 wird Wilhelm in Westminster gekrönt. Er verteilt Land an seine Gefolgsleute. Burgen schießen aus dem Boden. Mit dem Domesday Book läßt er Besitz und Abgaben erfassen. Das Französische färbt zunehmend Sprache und Adel. Englisches Recht und Verwaltung wandeln sich. Aus dem Streit um eine Krone entsteht ein neues England. Die Folgen der Schlacht bei Hastings wirken bis heute in England nach.

Beitragsbild / Symbolbild: Das Schlachtfeld bei Hastings im Jahr 2009 von Norden aus gesehen. Urheber unbekannt.

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