Am 8. August 1815 besteigt Napoleon Bonaparte mit seinen Begleitern das Schiff HMS Northumberland, das sie zum Verbannungsort St. Helena bringen wird. Nach der Rückkehr Napoleons von seinem ersten Verbannungsort, der Insel Elba, und der „Herrschaft der hundert Tage“, die mit der Schlacht von Waterloo am 18. Juni 1815 und der Niederlage Napoleons endete, bedeutete faktisch auch das Ende seiner Herrschaft.

Napoleon hatte jede Unterstützung verloren

Bei seiner Rückkehr nach Paris trat Napoleon am 22. Juni 1815 zurück, nachdem er bei Parlament und ehemaligen Getreuen jegliche Unterstützung verloren hatte. Weder die Hoffnung auf eine Emigration nach Amerika noch auf politisches Asyl in Großbritannien erfüllte sich, stattdessen wurde Napoleon auf Beschluß der Alliierten auf die isolierte Insel St. Helena im Südatlantik verbannt. Am 15. Juli ging der ehemalige Kaiser mit seinen Begleitern an Bord der HMS Bellerophon, die ihn nach Plymouth brachte. Dort bestieg er wiederum am 8. August die HMS Northumberland mit Kurs auf St. Helena.

Er verfasste hier seine Memoiren

Auf der winzigen britischen Insel St. Helena wurde Bonaparte und seinen wenigen Begleitern der Wohnsitz des Gouverneurs, Longwood House, zugewiesen. Nach Napoleons Willen hielten die Franzosen hier die Illusion eines kaiserlichen Hofstaates aufrecht. Napoleon schrieb hier seine Memoiren.
Im Laufe der Zeit verschlechterte sich sein Gesundheitszustand zusehends, bis er schließlich am 5. Mai 1821 starb. Der englische Kapitän Frederick Marryat fertigte eine Skizze des Leichnams an, die erhalten geblieben und im Londoner National Maritime Museum ausgestellt ist. Nach Anfertigung einer Totenmaske wurde Napoleons Leichnam noch am selben Tag obduziert. Entsprechend den damals üblichen Methoden zur Leichenkonservierung wurden Napoleons Herz und Eingeweide entnommen und in zwei Gefäßen getrennt bestattet, die man an das Fußende seiner Leiche in den Sarg legte. Napoleon wurde am 9. Mai 1821 beigesetzt.

Napoleon ruht heute im Invalidendom

Fast zwanzig Jahre nach seinem Tod wurde Napoleons Leichnam am 15. Oktober 1840 exhumiert. Auf der Fregatte Belle Poule wurden die sterblichen Überreste zurück nach Frankreich gebracht und in den Pariser Invalidendom überführt. Er ist dort seit dem 15. Dezember 1840 in einem Sarkophag beigesetzt.
Jan Ackermeier
Beitragsbild: Longwood House, Napoleons Aufenthaltsort während der Verbannung; heute Residenz des französischen Konsuls und Museum auf
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Longwood_House_(16311222817).jpg, Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en (CC BY 2.0), Autor: David Stanley Foto vom 17. September 2014.