In Deutschland gibt es mehrere YouTube-Kanäle, die sich ausschließlich mit Klemmbausteinen beschäftigen.

Zusammen haben sie etwa 1% der Bevölkerung als Abonennten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass daher – allein statistisch – sich hier auch ein paar tummeln.

Für diese, und jene, die meinen Hauptartikel erst gegen Ende spannend fanden, hier noch ein paar Extrazeilen.

Ich bin Familienvater und Oberhaupt einer 5-Köpfigen Familie. Jede finanzielle Ausgabe muss wenigstens einmal auf ihre Sinnhaftigkeit geprüft werden. Naja – wird sie nicht immer – aber man gibt sich Mühe.

So erzählte ich meiner Mutter, dass ich einen Artikel über Kunst schreiben möchte und mir eher zufällig dieses LEGO-Set dabei über den Weg lief. Ich schaute ein Video auf einem der oben genannten Kanäle und war wirklich hin und weg. Daraufhin meine Mutter: Bestelle es Dir – bekommst Du zum Geburtstag.

Coole Sache.

Bestellt. Geliefert.

Ich bin kein LEGO-Fanboy und habe auch schon Sachen von anderen Herstellern gebaut. Und ich weiß, dass man nach Setpräsentation mindestens ein halbes Jahr wartet, bis es das Set zum fast halben Preis irgendwo gibt. Hier war der Haben-Müssen-Faktor zu groß.

Immerhin gab es für Frühbesteller noch ein kleines Goodie obendrauf. Das bekommt man bei ebay für ca. EUR 30 wieder los. Im Schönrechnen bin ich gut. Ich arbeite im Vertrieb – da lernt man das.

Hier ein paar Platitüden, die einfach dazugehören:

Die Abenteuer der Rückseite – nichts, vor dem man sich fürchten müsste!

Der wertvolle Teiletrenner:

Geliefert werden die gut 2300 Teile in unzähligen Tüten.

 

Das soll helfen, die Übersicht zu bewahren. Quatsch! Erwachsene machen daraus ein Bluebrixx-Special und werfen alles gemeinsam auf den Tisch.

 

 

 

 

 

Der Bau streng nach Anleitung wird irgendwann doch etwas ermüdend. So habe ich mich entschieden, den Bau des – wahnsinnig guten – Bilderrahmens vorzuziehen. Das hat dann auch den Berg an schwarzen Teilen logischerweise dramatisch verkleinert.

Auch den Bau der Rückwand mit dem Himmel habe ich zwischendurch vorgezogen.

Geübte, die sich an die Tütchenlogik halten, schaffen es vielleicht in ca. 5 Stunden. Ich ließ mir Zeit und habe etwa 7 Stunden gebraucht.

Zwei vermeintliche Fehlteile, die ich während des Baus aus meiner Sammlung ersetzt habe, bleiben am Schluss übrig – von der Seite also alles OK.

 

 

 

 

Allein die Zypresse im Vordergrund wäre, was die Teileanzahl betrifft, ein eigenes LEGO-Set für mindestens 40 Euro.

Beim Bau gilt erhöhte Aufmerksamkeit bei den Farben. Die beiden helleren Blautöne unterscheiden sich, wenn sie denn nebeneinander gebaut werden, deutlich genug – die Anleitung ist aber nicht immer ganz eindeutig. Hier hilft hin und wieder ein Blick auf das fertige Modell vorn auf dem Karton.

Hinten gibt es sogar eine vernünftige Wandhalterung. Das habe ich nicht fotgrafiert.

 

 

 

 

Der Mond und die Sterne sind “leider” gedruckte Teile. Leider? Alle LEGO-Fans beschweren sich unablässig über die ansonsten zu häufig verwendeten Aufkleber. Das ist richtig. Aber der eigentliche Originalentwurf hat dies mit Steinen gebaut. Hier ein Link zum originalen Entwurf.

Das sieht meines Erachtens noch besser aus. Ich denke, das werde ich später noch dahingehend umbauen.

Die überall bemängelte Farbseuche hält sich bei diesem Set erstaunlich zurück, obwohl man gerade im Bilderrahmen locker noch das ein oder andere bunte Teil hätte versenken können.

 

 

 

Überhaupt: Die geradezu auffällige verschwenderische Verwendung von wirklich großen Teilen, die in den letzten Jahren immer mehr einer Profitmaximierung gewichen ist, führt beim Bau hier oft zu großen Begeisterungsstürmen. Sollte es also wirklich mal günstig werden, ist es auch genausogut ein grandioser Teilespender für eigene Projekte!

Ist das wirklich LEGO?

In der Ahnenreihe an grotesk schlechten, lieblos gemachten Sets ragt dieses so weit heraus, das man geneigt ist zu Zweifeln, ob es wirklich von LEGO ist.

Da kommen wir gedanklich an einem Punkt vorbei, den ich schon mehrfach thematisiert hatte: die absichtliche Umkehrung des USP (Unique Selling Proposition oder Unique Selling Point). Allerdings nutzt man dieses Mittel normalerweise, um, vermeintlich gut dastehend, auch mal was Böses durchzuziehen.

So stehen Kunstfans staunend vor dem Bild und LEGO-Fans (und solche, die es werden wollen) staunend vor gut 2 kg gut durchsortiertem Plastik.

Wirklich ein schöner Staubfänger – Kaufbefehl!

mb

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