Am 12. Mai 1881 wurde die erste elektrische Straßenbahn der Welt, eine Erfindung von Werner von Siemens, in Berlin Groß-Lichterfelde in Betrieb genommen. Der heutige Weltkonzern des deutschen Ausnahmeingenieurs schreibt in seiner Rubrik zur Unternehmensgeschichte stolz: „Die 2,5 Kilometer lange Strecke verbindet die Station Lichterfelde mit der Preußischen Hauptkadettenanstalt. Vom ersten Tag des regulären Betriebs ist die Bahn ein großer Erfolg: Allein in den ersten drei Monaten befördert sie 12.000 Fahrgäste.“

Nachdem die Berliner Stadtverwaltung sich innerstädtischen elektrischen Hochbahnen verweigert hatte, erhielt die Firma Siemens & Halske eine Konzession für eine ebenerdige Bahn auf einer seit 1871 brachliegenden Strecke in Berlin-Lichterfelde zwischen dem örtlichen Bahnhof und der neu gebauten Kadettenanstalt. Als Gegenleistung mußten Kadetten kostenlos mit der meterspurigen Bahn befördert werden. Bei der ersten Probefahrt am 12. Mai 1881 erreichte der Triebwagen trotz voller Besetzung eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h. Die für den regulären Betrieb festgelegte Höchstgeschwindigkeit lag bei der Hälfte.

Die Bahn wurde 1906 von Siemens an den Kreis Teltow verkauft und 1930 wurde der Betrieb auf Normalspur umgestellt, womit die erste elektrische Straßenbahn der Welt endgültig im Bahnnetz von Großberlin aufgegangen war.

Aaron Kimmig

Bilder: Erste elektrische Straßenbahn von Siemens & Halske, die Bahn Lichterfelde–Kadettenanstalt | Streckenführung der Bahn von 1881 bis 1890
Lizenzen: Gemeinfrei