In einem Interview, das der seinerzeitige Gesundheitsminister Spahn dem Focus gegeben hat (veröffentlicht hier), geht dieser auf die vielen Unwägbarkeiten, die sich im laufenden Geschehen ergeben, ein. Der zentrale Satz:

Deswegen müssen wir immer wieder klarmachen, dass es in dieser Pandemie keine absoluten Wahrheiten gibt. Wir treffen Entscheidungen und finden Kompromisse, auf Basis aktueller Erkenntnisse und nach Abwägen unterschiedlicher Interessen.

Man muss der handelnden Politik in der ersten Hälfte der Pandemie vielleicht zugestehen, auch mal Fehler zu machen. Das Wörtchen „vielleicht“ deshalb, da es sich unter Umständen um eine Plandemie handelte. Das wird die Geschichtsschreibung der nächsten Generation klären.

Ich will mehr auf die handwerklichen Fehler hinaus. Nochmals: diese macht jeder. Dumm und, falls mit Absicht, gefährlich handelt aber der, der den gleichen oder ähnlich gelagerten Fehler wieder und wieder mit größter Überzeugung macht. Fehler sind dazu da, aus ihnen zu lernen und die Konsequenzen zu ziehen.

Nun zur Überschrift: Wir werden einander viel zu verzeihen haben.

Dem abendländisch geprägten Christen ist dies ein grundsätzliches Anliegen. So ist die christliche, und wirksam nur die katholische, Kirche die einzige Institution, die menschliches Fehlverhalten bei ernsthafter Reue und Besserung schon auf Erden vergeben kann – von Gott persönlich eingesetzt (Johannes 20,23).

Aufbau des Artikels:

  1. Der Fehler
  2. Einsehen des Fehlers
  3. Bereuen der Tat
  4. Abstellen der fehlehaften Handlung
  5. Eingeständnis gegenüber dem unter dem Fehler Leidenden
  6. Wiedergutmachung innerhalb der Möglichkeiten
  7. Das Gegenüber, das dann vergibt

Der Anmelder und Mitinitiator der Freiburger Coronamaßnahmen-Demos Malte Wendt hielt bei der neuerlichen Demo vom 9. April. eine bemerkenswerte Rede. Nachzusehen hier ab Minute 33:30. In dieser sieht er mit der Bundestagsabstimmung vom 7. April die Impfpflichtdebatte als beendet an. Darüber kann man anderer Meinung sein – das wird aber weiter unten noch thematisiert.

Die zentrale Aussage (Minute 38:15 im verlinkten Video):

Was geschehen ist, muss aufgearbeitet werden.

Die Seite der  – nennen wir sie ruhig beim verwendeten Namen, den ich nicht als Schimpfwort empfinde – Querdenker war, ist und bleibt dazu immer respektvoll bereit.

Die meisten unter ihnen hatten früh Unstimmigkeiten am Argumentationsgebäude der Akteure bemerkt und begonnen, Fragen zu stellen. Dies wurde von den regierend Handelnden und deren Vasallen, dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und den anderen Haltungsmedien, von Anfang an konsequent gebannt und in die Ecke gestellt. Zunächst in die Verschwörungstheoretikerecke, dann in die rechte Ecke. Später, als man bemerkte, dass auf diesen Demos von ganz links bis ganz rechts alles vertreten ist und sich alle friedlich und respektvoll in den Armen liegen, nannte man sie dann Querdenker. Dass das Wort Quer in leicht abgewandelter Schreibweise (ein e mehr) eigentlich ideologisch schon besetzt ist, hat dabei erstaunlicherweise niemanden gestört.

Der Punkt 7. soll also langfristig an der hier angestoßenen Debatte nicht das Problem sein. Kurz-, und wie sich herausstellt, mittelfristig haben die Querdenker zur Vergebung aber keinen Anlass, da die Punkte 1 bis 6 Grund zur Sorge geben.

Zu den Vergebenden, wenn sie denn dazu bereit sind, werden sich aber neben den Querdenkern noch die einreihen, die durch getätigte Impfungen selbst gesundheitliche Schäden davon tragen. Die Zahlen erhöhen sich täglich. Deren Vergebungsbereitschaft wird wahrscheinlich um ein Vielfaches geringer sein, als jene der Querdenker. Diese litten ja nur unter Maskenzwang, Hass & Hetze, Ausgrenzung aus dem gesellschaftlichen Leben, Beruf und damit Broterwerb. Sie haben durch ihre Impfverweigerung wenigstens keine offensichtlichen gesundheitlichen Schäden davon getragen – die psychischen und psychosozialen Aspekte mal außen vor gelassen.

1. Der Fehler

Wo liegt bitte ein Fehler vor, wenn man als Staat sein Volk vor gesundheitlichen Problemen schützen will. Das ist zweifelsohne richtig. Aber das Abstellen der gesamten Weltwirtschaft war das nicht wert. Gleichzeitig die Bevölkerung mit Vakzinen durchimpfen zu wollen, die bis heute keine korrekte Zulassung haben und deren Anwendung laut Beipackzettel nur experimentell zu erfolgen hat, deren zielgerichtete Wirksamkeit gegen 0 tendiert: Das ist ein Fehler! Es trauen sich mittlerweile einige, diesen Vorgang als Menschheitsverbrechen zu bezeichnen.

2. Einsehen des Fehlers

Und man hatte das alles auch damals schon gewusst. Wieso stellt man die gut verdienenden Pharmahersteller von allen Haftungsansprüchen frei? Triebfeder des Handelns müssen andere Zusammenhänge gewesen sein. Wie schon eingangs erwähnt, wird dies die Historiker der nächsten Generation beschäftigen, weshalb ich hier nicht in den (an vielen Stellen glaubwürdig argumentierenden) Chor der Verschwörungstheoretiker einstimmen möchte.

3. Bereuen der Tat

Nicht die Bohne. Lauterbach wird nicht aufgeben – schon allein, um der AfD und dem Kubicki-Vorschlag nicht zur Durchsetzung zu verhelfen. Medizinische Gründe sind dabei schon lange in den Hintergrund gerückt. Wie wir schon berichteten, sind die Anträge von Seiten der Ampel und der CDU/CSU mit ein wenig Verhandlungsgeschick übereinander zu bekommen. Dann aber rette sich, wer kann!

4. Abstellen der fehlerhaften Handlung

Auch das Scheitern seines größten Projektes macht einen Lauterbach nicht müde sondern nur noch irrer. Nach wie vor wird an der Impfung festgehalten. Noch am selben Tag (7.4.) gibt er die Losung aus, dass die Impf(werbe)kampagnen nun massiv ausgeweitet werden.

Eines muss klar hingestellt werden, und ich forderte dies schon am 7. April. Lauterbach ist nicht Teil der Lösung, sondern das Problem. Er wird nicht in der Lage sein, Punkt 5 und 6 anständig über die Bühne zu bekommen. Er ist nicht mehr tragbar. Daher: Herr Lauterbach, treten Sie zurück und machen Sie der Vernunft Platz!

Bevor dies nicht geschehen ist, verzichte ich auf die Ausarbeitung der beiden letzten Punkte. Dies wird Gegenstand späterer Betrachtungen sein.

5. Eingeständnis gegenüber dem unter dem Fehler Leidenden

6. Wiedergutmachung innerhalb der Möglichkeiten

mb

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