Ich möchte hier absichtlich keinen objektiven Artikel schreiben. Ich werde keine Daten recherchieren, sondern meine persönliche Pandemiebeobachtung niederschreiben – für den Zeitpunkt, an dem sich erste Gedächtnislücken auftun oder ich freien Speicherplatz im Oberstübchen für Wichtigeres frei machen will oder muss.

Im November 2019 gingen erste Meldungen über ein bedrohliches Virus in China über den Ticker. Von Viren und anderen besorgniserregenden Gesundheitsthemen hörte man in den vergangenen Jahren immer wieder – gejuckt hat mich das nie. Ich erfreue mich persönlich einer stabilen Verfassung. Ich rauche wie ein Bürstenbinder, sage bei einem guten Schluck auch nicht nein und bewege mich viel zu wenig. Trotzdem: ein Mann wie ein Baum. Daher interessieren mich Gesundheitsthemen nicht wirklich. Der Deutschlandfunk genießt zu allen denkbaren Zeiten mein Ohr außer dienstags, die „Sprechstunde“ – da muss ich umschalten.

Was soll ich beim Arzt? – Ich weiß genau, was er von mir will.

Eine absolut ignorante Sicht auf das Thema, womöglich geschmückt mit Desinteresse am gesundheitlichen Leiden anderer – schlimm. Gleichwohl bezahle ich, zusammen mit meinem Arbeitgeber ohne Murren einen üppigen Obolus an eine gesetzliche Krankenkasse und hole aus diesem Solidarsystem für mich und meine Familie so gut wie nichts heraus. Darüber beschwere ich mich nicht. Das Solidarsystem an dieser Stelle ist eine sinnvolle Sache, wenngleich mit vielen Schieflagen. Die Gesellschaft muss es aber aushalten, dass das Thema für mich an dieser Stelle dann auch erledigt ist.

Genug der Vorrede – zurück zum Thema

Nun kamen also die ersten Meldungen in den Nachrichten. Intuitiv spürte ich, dass das eine andere Qualität hat. Ich hatte Anfang Februar 2020 noch eine Messe zu organisieren und zu bespielen. Das ging einwandfrei über die Bühne. Für den 5. März hatte ich Karten für ein Konzert im Freiburger Konzerthaus. Dies wäre nach langer Zeit der erste Abend, an dem ich meine Frau mal so richtig gediegen ausführen könnte.  Das Konzert fand statt, wir hatten einen wunderbaren Abend und als wir an der Garderobe unsere Mäntel holten, konnte ich mir ein „Hatschi“ nicht mehr verkneifen.

Und da war es – bereits in vollem Umfang

Die Blicke waren schon damals von exakt der Boshaftigkeit, wie sie die Gesellschaft in allen ihrer Bereiche nun seit zwei Jahren mit größter Mühe weiterzüchtet.

Die allgemeinen Daten sind ja sattsam bekannt – wir bleiben bei der subjektiven Betrachtung. Ich tauge nicht zum Helden, höchstens zum Maulhelden. Ich übe meist zu viel Vorsicht und Zurückhaltung, wo mutiges Vorangehen angesagt wäre. Aber wenn die P(l)andemie etwas Gutes hatte: das ändert sich nun kontinuierlich.

Trotzdem hatte ich zu keiner Sekunde in irgendeiner Form persönlich Angst – nie! Auch nicht um den Job. Ich danke meinem Chef für seinen Mut, er sagte gleich zu Anfang: „Wir stehen das durch!“ Für unsere Branche war es dann sogar eher ein Motor, aber das ist ein anderes Thema. Ich habe glücklicherweise ein Einzelbüro und fahre mit dem Diesel-PKW dorthin. Die Maske kenne ich also nur vom Tanken.

Schon früh waren Stimmen zu vernehmen, die Ungereimtheiten ausmachten. Für mich persönlich war das vor allem Henryk M. Broder und seine Plattform die „Achse des Guten“. Wenn ich den Versuch unternehmen darf, eine zentrale Aussage des dort veröffentlichten Materials und des sich mir aufdrängenden Eindrucks zu kreieren, komme ich auf diesen Satz:

Nimm die Aussagen der politischen Elite und der Mainstream-Medien und kehre sie um – dann liegst Du ziemlich richtig

  • Impfen hilft
  • Masken schützen
  • Social Distancing ist das Gebot der Stunde

Peter Kleis fasst es in seiner Rede bei der Demonstration am 19.03.2022 auf dem Platz der alten Synagoge in Freiburg sehr schön zusammen: (Zitat nicht wörtlich aber sinngemäß – nachzuhören hier ab Minute 44:00)

Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann hält Abstand, trägt allerorten Maske, ist geimpft: infiziert. Baden-Württembergs Innenminister Strobel hält Abstand, trägt allerorten Maske, ist geimpft: infiziert. Baden-Württembergs Sozialminister Manfred Lucha hält Abstand, trägt allerorten Maske, ist geimpft: infiziert. Dasselbe im persönlichen Umfeld. Alle mir bekannten Infizierungen geschahen trotz Abstand, trotz Maske, trotz Impfung. Und gerade der baden-württembergischen Landesregierung fällt dazu nur eines ein: ‚wir brauchen Abstand, Maske und Impfung.’ Ich empfinde den neuerlichen Beschluss vom Freitag (18.03.2022) als eine Beleidigung meiner Denkfähigkeit.

Und den Gipfel der lauterbachschen Äußerungen muss ich neulich auf Welt.de lesen:

Durch das Infektionsschutzgesetz wurde die Maskenpflicht gerettet.

Über Impfschäden und gar Impftote, über soziale Schieflagen, psychische Schäden, über Krebstote, die nicht behandelt wurden usw., werde ich mich an dieser Stelle nicht äußern. Dazu fehlt mir schlicht eine recherchefähige Datengrundlage. Wie man hört, fehlt diese Datengrundlage aber nicht nur mir, sondern uns allen – und dies wohl nicht aus noch aufzuarbeitenden Versäumnissen, sondern offensichtlich mit Absicht herbeigeführt. So blieb die Anhörung des Ausschusses für Gesundheit am 14. März 2022 (Link zum Video der Sitzung) klare Erkenntnisse schuldig.

Eine Brücke bauen – wohin? – Dafür ist es zu spät!

Wenn eine Situation verfahren ist, macht es Sinn, seinem gegenüber eine Brücke zu bauen. Eine gesichtswahrende Lösung für die Verantwortlichen fällt mir aber nicht ein – dafür ist es zu spät. Ich denke, es ist Zeit, dass diese sich bekennen, zugeben, uns belogen zu haben, die Gesellschaft mit Macht gespalten zu haben.

Dies ist in der Politik aber nicht vorgesehen. Ein Prinzip muss – sollte es sich als untauglich erwiesen haben – dann wenigstens um des Prinzips Willen durchgehalten werden. Wann haben wir je einen reumütigen Rücktritt gesehen?

So denke ich, es ist an der Zeit, die Verantwortlichen politisch zur Rechenschaft zu ziehen

Ich rede nicht von den Institutionen und Ämtern, sondern von den Personen. Unsere Gesellschaft muss sich wieder vom Kopf auf die Füße stellen. Für verantwortlich halte ich hierbei aber nicht nur die Bundes- und Landesregierungen, den Verfassungsschutz und das Bundesverfassungsgericht. Verantwortlich sind auch die, die geschwiegen haben und sich wie Lämmer haben zur Schlachtbank führen lassen. Allen voran die Kirchen mit Ihrer vorsorglichen Absage aller Veranstaltungen zu Ostern 2020. Was war gleich nochmal die Osterbotschaft?

Ebenso die Verbände. Der Gastronomieverband hält still, wenn seinen Mitgliedsunternehmen 75% des jeweiligen Monatsumsatzes versprochen und anfänglich auch ausgezahlt wird. Warum wurde dieses Stillhaltegeld nicht als solches erkannt, kritisiert und scharf abgelehnt? Mir und so manch anderem ist der Appetit in der Gastronomie jedenfalls vergangen.

Mit all diesen Maßnahmen wurde für mich am Ende nur eines bezweckt: die Selbstdenkenden aus der Masse der Gesellschaft heraus zu kondensieren und mit geeigneten Maßnahmen und Wortfärbereien zu isolieren und zu ächten. Diese sind uns alle bekannt: Ausschluss aller Ungeimpften aus vielen Bereichen und sprachliche Einkesselung mit der „Pandemie der Ungeimpften“, „Schwurbler“, „Querdenker“…

Sollte Lauterbach Recht behalten und alle Ungeimpften im März verstorben sein, haben diese nur noch wenig Zeit, ihren letzten Willen zu bekunden. Man hört, Notartermine gebe es aber erst wieder ab dem 1. April…

mb

 

Bild von Raffaele Brivio via unsplash